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| 09:48 Uhr

Kreis ist gewappnet für Flughafenausbau

Bauordnungsamt soll in Schönefeld Büro einrichten Schönefeld. Das Bauamt des Landkreises ist auf eine positive Gerichtsentscheidung zum Flughafenbau BBI in Schönefeld und den erwarteten Planfeststellungsbeschluss im April eingestellt.

Auswirkungen auf Gemeinde
Vorgesehen ist, dass ein Teil des Bauordnungsamtes der Kreisverwaltung zwei Räume im Schönefelder Rathaus bezieht. Die Verwaltungen rechnen damit, dass nach der Internationalen Flugausstellung im Mai mit einem forcierten Ausbau des Airports und der Infrastruktur in der Gemeinde begonnen wird.

Die Sitzung des Bauausschusses nutzte daher Schönefelds Bürgermeister Udo Haase, um den Flächennutzungsplan der Gemeinde vorzustellen. Demnach wird sich der künftige Großflughafen BBI über 22 Prozent des Gemeindeterritoriums erstrecken. 700 Hektar sind für die Gewerbeansiedlung vorgesehen. Verglichen mit dem Flughafen in Leipzig, wo rund 1400 Hektar Land für Gewerbe und Dienstleistungen bereitgehalten werden, sei diese Größenordnung nicht zu optimistisch angesetzt, so Haase. "Mit derzeit fünf Millionen und demnächst sieben Millionen Passagieren ist Schönefeld der am stärksten wachsende europäische Flughafen", stellte der Gemeindechef fest. Die Investoren, die hier bereits Land erworben hätten und sich auf einen seit zehn Jahren gültigen Flächennutzungsplan der Gemeinde Schönefeld berufen könnten, würden nur auf dem Startschuss zum Flughafenausbau warten. Um deren zahlreiche Anfragen zu koordinieren und zu beantworten, werde derzeit eine Konferenz vorbereitet.

Die Gemeinde ist zudem auf den Zuzug weiterer Bürger eingerichtet. Sie rechnet damit, dass sich die Zahl der Schönefelder in den kommenden Jahren von 13 000 auf 25 000 erhöht. „Auch wenn einige Vorgaben der Landesplanung noch anderes aussagen, sehen wir eine solche Entwicklung“, sagte Udo Haase angesichts der Entwicklung des Ortsteils Großziethen. Hier lebten vor 15 Jahren noch 1200 Einwohner. Nach jetzt vorliegenden Bauanträgen wird diese Zahl demnächst auf 8000 ansteigen. Und auch im Ortsteil Rotberg wird ein weiterer Zuzug erwartet, da vor allem Kienberger, die dem Flughafenausbau weichen müssen, dort angesiedelt werden sollen.

Größter Kreisumlage-Zahler
Allein im vergangenen Jahr entstanden in Schönefeld 1000 neue Arbeitsplätze. Aufgrund des stetig wachsenden Steueraufkommens ist die Gemeinde größter Zahler der Kreisumlage, die sich nach den Berechnungen von Udo Haase im Jahre 2007 in einen zweistelligen Millionenbereich bewegen wird.

Der Bürgermeister informierte die Abgeordneten des Bauausschusses auch über die vorgesehenen Verkehrsbauten, die das Gesicht der Gemeinde maßgeblich verändern werden. Nach zwei großen Brücken über die Bahntrasse und die B 196a soll zum Beispiel der Ortsteil Selchow eine neue Umgehungsstraße um den Airport erhalten. Der Bahnhof Schönefeld wird unterirdisch unter dem Terminal entstehen, und eine U-Bahn-Trasse nach Berlin-Rudow soll für einen späteren Bau seitens der Planung freigehalten werden. (usch/dh)