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| 01:34 Uhr

Kosten und Leistung klar im Blick

Lübben. Die dritte Nachtragshaushaltssatzung der Stadt Lübben ist vom Finanzausschuss befürwortet worden. Das Gremium stimmte während der jüngsten Sitzung einstimmig zu. Es ist der zweite Nachtrag im neu organisierten Haushalt, erklärte Lübbens Kämmerer Lutz Gottheiner. Von Andreas Staindl

Doppik heißt das Zauberwort: Das neue Haushaltssystem soll das Kosten- und Leistungsverhältnis der Stadt schonungslos offen legen. „Wir können jetzt ganz genau sagen, was jede einzelne Leistung tatsächlich kostet, welche finanziellen Aufwendungen für ein Produkt nötig sind“, sagte Kämmerer Lutz Gottheiner. Der Finanzchef machte dies am Beispiel des städtischen Baubetriebshofs deutlich: Jeder Mitarbeiter müsse künftig konkret abrechnen, wann er wo und wie lange, zudem mit welcher Technik im Einsatz war und wer ihn beauftragt hatte. Bei der sogenannten internen Verrechnung müsse der Arbeitsnachweis mit dem Arbeitsauftrag verglichen werden. „Wir stehen da noch ganz am Anfang“, sagte Lutz Gottheiner. Künftig sei es demnach auch möglich, die erbrachten Leistungen des Baubetriebshofs etwa während des Weihnachtsmarkts konkret zu beziffern. Das bedeute, dass die Stadt ihre Aufwendungen einem privaten Veranstalter des Markts detailliert in Rechnung stellen könnte, wie der Kämmer erklärte. Ihm zufolge werde sich das doppische Rechnungswesen beispielsweise in Gebührensatzungen widerspiegeln.

Thomas Fischer warf schon einen Blick in das nächste Haushaltsjahr. Der Einwohner regte an, darüber nachzudenken, die Zuschüsse der Stadt Lübben an die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing (TKS) GmbH zurückzufahren und stattdessen die privaten Gesellschafter der TKS finanziell stärker zu fordern. Er bezog sich dabei auf einen RUNDSCHAU-Artikel über das 20. Jubiläum des Tourismusvereins Lübben und Umgebung. Wenn demzufolge der Tourismus auf kommerzielle Beine gestellt ist, müssten die, die davon profitieren, auch finanziell beteiligt werden. Der Tourismusverein sei als Gesellschafter mit 20 Prozent an der TKS beteiligt, wie Detlef Brose (SPD) erklärte. Der Vorsitzende des Finanzausschusses verwies darauf, dass die Mitglieder des Vereins etwa mit der Bereitstellung von attraktiven Quartieren zur kulturellen Vielfalt in Lübben beitragen. Der Tourismusverein helfe nach Ansicht von Detlef Brose, Lübben für Gäste attraktiver zu machen. Kämmerer Lutz Gottheiner verteidigte den Zuschuss der Stadt Lübben an die Marketinggesellschaft: „Die TKS kümmert sich beispielsweise um die Bibliothek, das Museum und die SpreeArena. Dafür braucht sie finanzielle Mittel, die sich mit weiteren Aufgaben natürlich erhöhen.“ Thomas Fischer will seine Frage jetzt schriftlich in der Stadtverwaltung einreichen. asd1