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| 15:14 Uhr

Konzert
Musikalischer Dialog mit Humor und Improvisationskunst

Das deutsch-polnische Trio Jacofon mit Søren Gundermann (Piano), Thomas Strauch (Percussion, Kontrabass) und Jacek Faldyna (Saxofon, Klarinette) hat in der Lieberoser Darre ein Konzert gegeben.
Das deutsch-polnische Trio Jacofon mit Søren Gundermann (Piano), Thomas Strauch (Percussion, Kontrabass) und Jacek Faldyna (Saxofon, Klarinette) hat in der Lieberoser Darre ein Konzert gegeben. FOTO: LR / Ingrid Hoberg
Lieberose. Der Förderverein Lieberose hat eingeladen und das deutsch-polnische Trio Jacofon unterhält im Saal der Darre Zuhörer aus der Region.

Søren Gundermann und Jacofon (Jatzofon), das deutsch-polnische Trio, sind in Lieberose keine Unbekannten mehr. Nach dem stimmungsvollen Konzert unter dem Schulenburg-Epitaph in der Landkirche im vergangenen September, hatte Stefaie Reinke vom Förderverein Lieberose nun die drei Musiker, die sich inzwischen über die Jazzszene von Frankfurt (Oder) und Slubice hinaus einen Namen gemacht haben, erneut eingeladen.

Lieberoser und Musikfreunde aus der Region haben sich am Samstag nicht von dem sommerlichen Wetter beeindrucken lassen und sind der Einladung in den angenehm kühlen Darre-Saal gefolgt. Der eine oder andere kam aus dem Restaurant, das seit Himmelfahrt an den Wochenenden wieder geöffnet ist. Søren Gundermann, nie um einen flotten Spruch verlegen, beglückwünschte die Zuhörer für ihre richtige Wahl – statt sich der Sonnenstrahlung auszusetzen, mit auf eine musikalische Reise zu gehen.

Es ging quer über den Erdball, weniger von Reiselogistik, denn von musikalischen Einfällen gesteuert. Immer wieder blitzten Zitate aus bekannten Komposition auf, die schnell „wegimprovisiert“ wurden. Die Leichtigkeit der Ideen und ihre Umsetzung auf den Instrumenten sind ein Markenzeichen von Jacofon. Wer das Konzert in der Landkirche erlebt hatte, fand Anknüpfungspunkte, aber auch Neues.

In Amerika mit einer Komposition von Herbie Hancock gestartet, ging es weiter über Italien in den Orient. Die „Karawane“ zog weiter mit einer „betrunkenen Jazzband“. Welche Anforderungen das Triangel-Spiel an den Musiker stellt und wie dieses Instrument eine Komposition tragen kann, das zeigte Thomas Strauch bei „Pink Panther“. Eine Mazurka-Bearbeitung führte nach Polen. „Die roten Äpfelchen“ gebärdeten sich dann doch ziemlich verrückt. Mit Thelonious Monk ging es nach Indien, um dann bei der Bearbeitung eines sorbischen Volkslieds zu landen. Als sorbisches Jazz-Rondo kündigte Gundermann das Stück an, „das zum ersten Mal in dieser Besetzung in Ostdeutschland“ gespielt wurde. Die Klarinette von Jacek Faldyna rief zum Tanz.

Mit „Summertime“ gab Søren Gundermann noch einmal einen Einblick in seine Improvisationskunst. „Das Stück überrascht uns jedes Mal selbst“, bekannte er. Dazu schwingt die unvergessene Interpretation dieses Song von Ella Fitzgerald. Mit der Zugabe landeten Jacofon dann in Kenia - zum Trommelklang von Thomas Strauch.

Dass das Konzert an einem gut gestimmten Klavier stattfinden konnte, war auch der Hilfe von vier starken Männern zu verdanken, die das Instrument an seinen Platz gebracht hatten. Axel Becker und seine Leute von der Oberförsterei Lieberose unterstützten tatkräftig den Transport, wie Stefanie Reinke berichtete.

Wer Søren Gundermann und Thomas Strauch in einer anderen musikalischen Konstellation hören möchte, hat dazu am Sonntag, 3. Juni, Gelegenheit. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Hermann Naehring, der in Sinfonieorchestern ebenso spielt wie in Jazzbands und ein großes Aufgebot an Percussionsinstrumenten beherrscht, gibt dieses Trio ein Konzert im Theater am Rand in Oderaue, Zollbrücke 16. Beginn ist um 17 Uhr.