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Stadtplanung
Lübben richtet Stadtentwicklungspolitik neu aus

Der weitere Ausbau des Parkplatzes Burglehn gehört zu den infrastrukturellen  Maßnahmen, die sich schon in der Umsetzungsphase befinden. Lübben will sich auch künftig weiter als Tourismuszentrum entwickeln.
Der weitere Ausbau des Parkplatzes Burglehn gehört zu den infrastrukturellen Maßnahmen, die sich schon in der Umsetzungsphase befinden. Lübben will sich auch künftig weiter als Tourismuszentrum entwickeln. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Insek wird unter veränderten Rahmenbedingungen von den Planern weiterentwickelt.

Unter dem Motto „Mein Lübben 2030“ wird in der Kreisstadt an der aktuellen Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Insek) gearbeitet. Die Stadtplaner reagieren damit auf veränderte Rahmenbedingungen im Vergleich zum Jahr 2010. Damals ist Insek 2020 erarbeitet worden. So gibt es statt des früher prognostizierten Bevölkerungsrückgangs eine Stabilisierung, erwartet wird nun sogar ein Zuwachs. Es wird von einer Einwohnerzahl von rund 15 000 Menschen im Jahr 2030 ausgegangen. Erhöhter Wohnraumbedarf, die Verbesserung der Wohnqualität, eine Verringerung der Lärm- und Verkehrsbelastung sowie der Klimaschutz stehen inzwischen auf der Agenda, wie Katrin Heinz vom Beratungsunternehmen EBP Deutschland zur Vorstellung der aktuellen Fortschreibung des Konzepts erläutert.

Auf vier Bausteinen basiert die Analyse mit Handlungsempfehlungen. Zunächst ist der Standort bestimmt  und eine Prognose mit den zentralen Herausforderungen vorgelegt worden. Elf entscheidende Vorhaben sind herausgearbeitet worden, wenn Lübben als Lebensmittelpunkt in der Region verstanden wird, neue Wohnqualitäten geschaffen und der Stadtraum weiter aufgewertet werden soll.

Höchste Priorität hat die Erarbeitung einer Wohnungsmarktanalyse und einer daraus resultierenden Strategie zur Wohnungspolitik. Der Ausbau von Kita- und Hortplätzen schließt sich daran an. Der Bahnhof wird als Mobilitätsdrehscheibe betrachtet. Die Erweiterung der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule und die Sanierung/der Neubau der Feuerwache gehören ebenfalls zu den Vorhaben von großer Dringlichkeit. Die Infrastruktur für Sport, Freizeit und Naherholung zu verbesern, ergibt sich als vordringliche Aufgabe  - ebenso wie weitere Vorhaben, darunter der Ausbau des Parkplatzes in der Lindenstraße mit Nebenanlagen und die energetische Sanierung kommunaler Gebäude.

Das Konzept dient der Verwaltung und der Stadtpolitik als Grundlage für die Weichenstellung bei zentralen Vorhaben. Bei Bund und Land stellt es eine zentrale Entscheidungsgrundlage für die Aufnahme in Förderprogramme dar, da es Notwendigkeiten und Möglichkeiten aufzeigt, heißt es in der Begründung der Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung.  

Das Leitbild soll der Verwaltung Handlungsrichtlinien für das Einwerben von Fördermitteln bis 2030 geben - denn auch wenn der Haushaltsentwurf für 2018 ausgeglichen ist, sind umfangreiche Investitionen nicht von der Kommune allein zu stemmen. Darauf zielt auch die Empfehlung ab, mit den Nachbarn zusammenzuarbeiten und Kooperationen zu entwickeln.

Die Erarbeitung des Insek ist ein transparenter Prozess. Im Januar 2017 wurde mit rund 50 Interessierten während des Stadtforums über Fragen der Stadtentwicklung diskutiert und Ideen wurden gesammelt. Es gab einen Stammtisch „Wirtschaft“ und einen anderen zum Thema „Wohnen“. Nach der Vorlage des ersten Entwurfs sowie der öffentlichen Beteiligung im April und Mai wurde das Konzept von Beratungsgesellschaft EBP noch einmal überarbeitete.

Nun liegt ein aktueller Entwurf vor, die erste Lesung ist für den 23. November vorgesehen, die zweite Lesung und Beschlussfassung soll am 21. Dezember in der Stadtverordnetenversammlung erfolgen. Anschließend ist die Vorstellung und Diskussion der Strategie Lübben 2030 mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung sowie dem Landesamt für Bauen und Verkehr vorgesehen. Da Lübben nicht zu den Förderschwerpunkten der Regionalen Wachstumskerne gehört, muss sich die Stadt beim Wettbewerb um Fördermittel überzeugend positionieren, so die Aussage von EBP in dem Papier „Mein Lübben 2030“.

Das Zielszenario steht unter: