„Wir sehen an verschiedenen Stellen, wie etwa auf dem Molkereigelände, dass sich etwas tut“ , sagte er. Wie die RUNDSCHAU berichtete, hatte der Besitzer des Geländes alte Gebäude abreißen lassen und den Bau eines neuen Einkaufsmarktes avisiert. „Was wir brauchen, ist ein integratives Branchenkonzept für die Innenstadt“ , hielt Müller dagegen, „damit wir uns nicht immer wieder sporadisch mit dem Thema Ansiedlungen von großflächigen Einzelhandelsketten befassen müssen.“ Ein komplexes Gutachten sei für die politische Argumentation ebenso nötig wie für das Handeln der Verwaltung.
Wohnen in der Innenstadt sei nachgefragt, für Mieter kleiner Läden gebe es aber ein Überangebot. „Das ist nicht nur ein Luckauer Problem, sondern betrifft beispielsweise auch alle Mitgliedsstädte mit historischen Stadtkernen“ , so der Bürgermeister. Deshalb sollten Bestand und Nachfrage analysiert werden.
Die Handlungsschwerpunkte sollen von einem ausgewiesenen Planungsbüro erarbeitet werden. Sie sollen dazu beitragen, die vorhandene Angebotsmischung zu stabilisieren oder auch neue zu schaffen.
Müller sprach von einem Pilotprojekt, zu dem die Stadt von der gemeinsamen Landes planungsabteilung sowie vom Landesamt für Wohnen und Verkehr ermutigt worden war und das als mittelfristiges Handlungsmanagement gedacht sei. „Das Projekt wird mit 80 000 Euro gefördert und von Fachleuten begleitet“ , erklärte er weiter. Festgeschrieben werden könne in solch einem Papier beispielsweise, wie der Einzelhandel in der historischen Innenstadt gefördert werden könne. Grundlagen dafür seien vorhanden. Müller sprach von Fachgutachten der Denkmalpflege, die für jedes Haus der Innenstadt vorliegen würden. „Es muss alles getan werden, um die Innenstadt zu revitalisieren“ , so Müller weiter. Dies sei ebenso wie die Erarbeitung einer Bedarfsanalyse Gegenstand der Untersuchungen. Möglich sei es, dass beispielsweise das Gutachten vorschlage, kleine unvermieteten Läden zu Wohnraum umzugestalten. Auch wäre denkbar, mit Hilfe der Städtebauförderung Ladenbesitzer bei der Umgestaltung ihrer Häuser zu unterstützen. „Denn wenn vor allem ältere Bürger in der Innenstadt wohnen, kann es eine größere Nachfrage nach kleinen Läden geben.“ Fachliteratur besagt, dass Läden mit einem gewissen Preisgefüge der Garant seien, dass Bürger vermehrt die Innenstädte aufsuchten, so Müller.
Auf die Frage von Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Luchmann (SPD), ob so ein Konzept auch rechtssicher sei, sagte Müller: „Das Konzept wird mit ausgewiesenen Gutachtern eine gute Qualität haben. Ob es aber reicht, Dinge nicht zu wollen, kann ich heute nicht sagen.“ Sicher sei aber, dass die Landespolitik nach einem Gutachten fragt, wenn es darum geht, Planungsgenehmigungen für große Märkte zu erteilen oder abzulehnen, so Müller.