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| 17:46 Uhr

Museum Schloss Lübben
Lübben setzt auf „Museum 2020“

Das Stadt- und Regionalmuseum Lübben im Schloss soll inhaltlich erweitert und neu ausgerichtet werden.
Das Stadt- und Regionalmuseum Lübben im Schloss soll inhaltlich erweitert und neu ausgerichtet werden. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Lübben. Ein neues Konzept für das Stadt- und Regionalmuseum im Schloss wird diskutiert. Von Ingrid Hoberg

Ein erstes Konzept, wie das Stadt- und Regionalmuseum Lübben zukünftig aufgestellt sein könnte, haben Michael Hase, Fachbereichtleiter Zentrale Dienste, und die geschäftsführende Museumsleiterin Corinna Junker den Lübbener Stadtverordneten vorgestellt. Ausgehend von einer Ist-Analyse, die Poteziale wie Schwächen aufführt, ist das Konzept „Museum 2020“ aufgestellt worden. Eine inhaltliche Erweiterung wie auch Neuausrichtung ist das Ziel. Dazu gehört die Erarbeitung einer effektiven Strategie zur Kinder- und Erwachsenenbildung. „Das Museum soll ein Erlebnis- und Lernort werden“, sagt Michael Hase.

Wissenschaftliche Inhalte sollen dadurch vermittelt werden, dass die Besucher, Erwachsene wie Kinder, selbst tätig werden und so ein Natur- und Geschichtsverständnis entwickeln. Passend zu den Sonderausstellungen soll es künftig museumspädagogische Angebote geben. Wie Michael Hase erklärt, könne auf das bereits vorhandene zweistündige Programm „Die Ritter der Tafelrunde“ aufgebaut werden. Als weiteres Beispiel nennt er ein Rätselheft für die ganze Familie. Beim Thema Museumspädagogik werde sich Lübben gemeinsam mit den Städten Königs Wusterhausen und Luckau beim Landkreis Dahme-Spreewald um eine dauerhafte Förderung bemühen. Es sollte dann ständig eine Auswahl von museumspädagogischen Angeboten geben, auf die Schulen für den Unterricht, aber auch Eltern für Veranstaltungen im privaten Bereich zurückgreifen könnten.

„Was macht ein modernes Museum aus?“, fragt Michael Hase, um die Frage gleich zu beantworten: eine Museums-App, mehrsprachige Begleittexte beispielsweise in Deutsch, Englisch, Sorbisch/Wendisch, aber auch ein barrierefreier Zugang, ein Raum für Museumspädagogik für mindestens 30 Personen und flexible Ausstellungsflächen zur Ergänzung der Dauerausstellung. Auch ein Museumsshop in Kombination mit einem Café, das zum Verweilen einlädt, steht auf der Wunschliste.

Corinna Junker nimmt dann die Stadtverordneten zu einer Führung durch das Schloss im Jahr 2020 mit. Am Portal, das Christian I. für das als Verwaltungsgebäude errichtete Bauwerk gestalten ließ, wird der Besucher erwartet. Neben Kasse, Garderobe und Museumsshop könnte es in diesem Bereich das Café und die Schauwerkstatt, den Veranstaltungsraum, geben.  Die vorhandenen Räume sollen neu aufgeteilt und auch umgestaltet werden. Im ehemaligen Weinkeller kann sich die Museumsleiterin einen kleinen Folterkeller mit historischen Dokumenten vorstellen. Über dem Wappensaal habe es eine herzogliche Wohnung gegeben, deren Ausstattung rekonstruiert werden könnte. Einige Veränderungen ergeben sich durch brandschutztechnische Erfordernisse, beispielsweise im gegenwärtigen Kassenraum.

Auch zur Umgestaltung der Ausstellungsräume hat Corinna Junker Ideen vorgestellt. So sollen archäologische Funde ebenso präsentiert werden wie Objekten vergangener Sonderausstellungen, die in die Dauerausstellung aufgenommen werden könnten. Als Beispiele nannte sie „Mode aus Lübben“ und „Hecht in Spreewaldsoße“.

Peter Rogalla (Linke), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, stellt die Frage zur Umsetzung, zur zeitlichen Abfolge und Finanzierung, der Konzeption mit Blick auf die Realität. In der Vergangenheit fehlte allzu oft das Geld für Projekte und Modernisierungsvorhaben. Frank Selbitz (Pro Lübben) verweist auf Synergieeffekte, beispielsweise mit der Bibliothek.