Von Katrin Kunipatz

Rund 3490 Wähler bestimmen am Sonntag in der Gemeinde Märkische Heide, wer in den nächsten fünf Jahren Entscheidungen in der Gemeindevertretung trifft. Bis auf die Position der hauptamtlichen Bürgermeisterin werden alle 16 Sitze neu besetzt. Vier Fraktionen gibt es jetzt – SPD, Pro Märkische Heide, CDU und Initiative Zukunft. Sieben Parteien und Wählergruppen sowie vier Einzelbewerber – insgesamt 35 Personen – bewerben sich nun um die 16 Sitze.

Die SPD geht mit Birgit Raddatz auf Listenplatz eins ins Rennen. Die Erzieherin leitet in Groß Leuthen das Haus der Generationen. „Mit dem geplanten Gemeindeentwicklungskonzept wird der Weg in die Zukunft für die Gemeinde geebnet“, sagt sie. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche in einem Parlament bei Entscheidungen in der Gemeinde hinzugezogen werden. Die SPD ist im Moment mit sechs Sitzen die stärkste Fraktion. Unter den sieben Listenbewerbern sind zwei amtierende Gemeindevertreter.

Die Fraktion Pro Märkische Heide ist mit fünf Vertretern die zweitstärkste Fraktion. Vier der neun Listenkandidaten sitzen schon jetzt in der Gemeindevertretung, darunter auch Hardy Kutzscher. Der Fraktionsvorsitzende sagt: „Unsere Wählergruppe setzt sich dafür ein, dass die Menschen gern in der Märkischen Heide leben, wohnen und arbeiten. So ist uns unter anderem die Verwirklichung des Nahversorgungs- und Einkaufszentrums ein sehr wichtiges Anliegen“, sagt er. Kutzscher wohnt in Dürrenhofe und arbeitet als Geschäftsführer.

Die CDU tritt mit fünf Kandidaten an, von denen keiner in der Gemeindevertretung sitzt. Architekt Reinhard D. Schulz ist der Spitzenkandidat. Er lebt in Bückchen. Sein zentrales Anliegen sei die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Region. „Jeder der hier bauen will, soll auch bauen dürfen. Deshalb: Weniger Bürokratie bei Baugenehmigungen“, so Schulz.

Zwei Abgeordnete stellt die Initiative Zukunft jetzt. Fraktionsvorsitzende Christine Exler formuliert: „Wir treten ein für eine dynamische Entwicklung und Zukunftsgestaltung der Gemeinde mit einem impulsgebenden soziokulturellen Zentrum und dem gleichberechtigten Ausbau und Erhalt unserer Dörfer als Heimat und Ruhepol in Harmonie zwischen Mensch und Tier, Wirtschaft, Natur und Umwelt“. Die Diplom-Museologin lebt in Groß Leuthen. Zusammen mit ihr stellt die Initiative Zukunft drei Frauen und zwei Männer für die Wahl zur Gemeindevertretung Märkische Heide auf.

Neu ist die Wählergruppe Bürgernah Märkische Heide mit insgesamt drei Kandidaten. Zwei von ihnen wurden 2014 für die CDU in die Gemeindevertretung gewählt. Sarah Luther ist Spitzenkandidatin. Die Logopädin wohnt in Pretschen. „Wir stehen für eine Transparenz der Verwaltung gegenüber den Bürgern. Die Märkische Heide soll für jeden lebenswert, bürgernah und zukunftsorientiert sein“, sagt sie.

Auch Bündnis 90/Die Grünen wollen in die Gemeindevertretung. Kandidatin ist Michaela Gerloff aus Groß Leuthen. „Die Grünen in der Gemeinde Märkische Heide stehen für den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt, Erneuerung der Alleen, Schaffung von Wildblumenwiesen und Windschutzstreifen, Immissionsschutz, Nachhaltigkeit und Verbesserung regionaler Bedürfnisse entsprechend den klimatischen Veränderungen“, erklärt sie.

Ebenfalls einen Kandidaten schickt die AfD ins Rennen. Rainer Schwitalski reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf die Anfrage der RUNDSCHAU. Gleiches trifft auf den Einzelbewerber Dietmar Schade aus Groß Leuthen zu.

Und es gibt drei weitere Einzelkandidaten. Betriebswirt Sebastian Wägner aus Wittmannsdorf-Bückchen strebt „in der Gemeindevertretung eine konsequente wirtschaftliche Weiterentwicklung des ländlichen Raumes im Einklang der Natur an“. Zukunft für Jung und Alt könne es in der Märkischen Heide nur geben, wenn die Infrastruktur stetig und sinnvoll verbessert werde, so Wägner.

Auch Matthias Lehmann bewirbt sich um einen Platz in der Gemeindevertretung. Der Finanz- und Versicherungsmakler will „interessenkonfliktfreie, realistische und bürgernahe kommunale Politik mitgestalten und gesellschaftliches Miteinander unterstützen“.

Der ehemalige Betriebsleiter der Berliner Flughäfen Elmar Kleinert will mit „seinen in vielen Städten Deutschlands gesammelten beruflichen Erfahrungen dazu beitragen, dass die bisherige gute Entwicklung der Gemeinde mit Kreativität und vor allem Gemeinsinn fortgeführt wird“.

Soweit ein Überblick zur Kommunalwahl in der Gemeinde. Am 26. Mai werden auch die künftigen Kreistagsmitglieder bestimmt, mehr dazu im Wahlnavigator.