Von Ingvil Schirling

Zu wissen, dass es eine Feuerwehr gibt, die Fall des Falles kommt, hilft oder löscht, trägt dazu bei, dass man sich sicher fühlt. Umgekehrt wird das unterstützt, indem man ihnen gute Bedingungen schafft. Das strebt die Lübbener Stadtverwaltung derzeit in Lubolz an.

Konkret geht es um den Anbau als Erweiterung für die beengten Feuerwehrräume am Lubolzer Dorfgemeinschaftshaus, das unter dem Namen Lubomir Treffpunkt für den Ort mit Veranstaltungsraum einerseits und Feuerwehrhaus mit Platz für Fahrzeuge, Umkleiden und kleinem Besprechungsraum andererseits ist. Weil aber der Platz für die Feuerwehrleute dort knapp bemessen ist, wird seit längerem ein Anbau geplant. Und dessen konkrete Ausführung sorgte für Diskussionen.

Konkret geht es um die Umkleideräume. 36 Schränke für die Männer, 14 für die Feuerwehrfrauen sind vorgesehen. Die bisherigen Pläne sahen die Erweiterung für die Umkleiden auf der Rückseite der Fahrzeughalle vor. Das Problem: Gemessen an den Vorschriften von Unfallkasse und Arbeitsschutz müssten sie größer sein als bisher vorgesehen, informierte die Verwaltung. Deshalb hatte sie sich vor dem Bauausschuss hingesetzt und die vorliegenden Pläne nochmals verändert.

Mit dieser Variante würden nicht nur die Umkleiden größer, sondern auch eine bis dato nur als gepflasterte Ecke geplante Lücke zwischen der Breite des Anbaus an die Fahrzeughalle und den Toiletten des Dorfgemeinschaftshauses verschwinden. Statt dessen würde ein größerer Mehrzweckraum entstehen; die bisherigen Fenster der Toiletten müssten dafür allerdings zugemauert und eine Lüftung installiert werden.

Das sah Sabine Minetzke kritisch – unter anderem. Die Lübbenerin ist ehrenamtlich Bauausschussmitglied für Pro Lübben, hauptberuflich Architektin und Planerin, und hatte als solche den Auftrag für die Pläne zur Erweiterung der Lubolzer Feuerwehr erhalten. „Das müsste alles neu beantragt werden, weil es eine völlige Änderung des Projekts bedeutet“, sagte sie. „Wir könnten dann erst wieder im Juli 2020 einen Antrag bei der Förderbehörde einreichen und das Projekt erst 2021 realisieren. Damit würde ein gutes Jahr vergehen.“

Frank Neumann als Fachbereichsleiter für Bauwesen widersprach an diesem Punkt vehement. Er habe persönlich die Unterlagen beim möglichen Fördermittelgeber eingereicht und sagte, dass die Veränderung im Rahmen der Baugenehmigung und des Förder-
mittelantrags nach Auskunft der Zuständigen sehr wohl möglich seinen. In der Aussage von Sabine Minetzke sah er eine mögliche Beeinflussung der Abgeordneten. Ihm sei wichtig, unterstrich er, die Varianten wertfrei vorzustellen und auf dieser Basis einen Vorschlag zu machen.

Den Disput zwischen den beiden versachlichten schließlich Jens Richter (CDU) und Peter Rogalla (Die Linke). „Ich könnte mit Vari-
ante drei leben“, sagte Jens Richter - welche die größeren Umkleiden und den Mehrzweckraum in der Lücke zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Anbau vorsieht. Er erbat sich aber die Konkretisierungen in Form einer Zusammenfassung aus dem Protokoll, um sie in den Fraktionen diskutieren zu können. Er hätte sich darüber hinaus gewünscht, eher zu wissen, „was da geplant ist“.

Peter Rogalla wiederum bemerkte: „Es muss doch klar sein, was man macht, wenn der Bauantrag gestellt ist.“ Die Bewilligung liegt seit Anfang Oktober vor. „Hätten wir diese Diskussion nicht schon im August führen müssen? Jetzt sind wir in Zugzwang, und es gibt Zwistigkeiten und Befindlichkeiten.“ Das Wagnis einzugehen, auf eine Förderung zu verzichten, verbiete sich, fügte er später hinzu und betonte: „Wir wollen das Projekt umsetzen.“

Bis dahin aber werden wohl noch ein paar Fragezeichen geklärt werden müssen.