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| 16:49 Uhr

Tschernobyl-Kinder biegen auf Zielgerade ein
Kolan lobt den „prominentesten Verein“ der Stadt

Paramjit Singh vom "Taj Mahal" hatte die Tschernobyl-Kinder und Bürgermeister Lars Kolan am Mittwoch zum Mittagessen eingeladen.
Paramjit Singh vom "Taj Mahal" hatte die Tschernobyl-Kinder und Bürgermeister Lars Kolan am Mittwoch zum Mittagessen eingeladen. FOTO: LR / Steven Wiesner
Lübben. Die Tschernobyl-Kinder aus dem Spreewald speisen indisch in der Breiten Straße – mit dabei ist auch Lübbens Bürgermeister. Von Steven Wiesner

Wenn Sie dieser Tage kleine Kinder in gelben T-Shirts oder Mützen durch die Stadt ziehen sehen, sind das noch keine Schulanfänger, die dem Start in die Bildungslaufbahn entgegenfiebern. Denn die Ferien enden in Brandenburg erst am 18. August. Nein, es sind die Tschernobyl-Kinder, die seit mittlerweile zwei Wochen ihren Sommer im Spreewald verbringen und von einem Ausflug zum nächsten wandern. 28 Kinder aus Weißrussland hat der "Lübbener Kinderhilfsverein für Tschernobyl" in die Region geholt, um ihnen hier gemeinsam mit 30 Gastfamilien aus ganz Brandenburg ein spannendes und ereignisreiches Ferienangebot zu bieten.

Im Laufe der zwei Wochen waren die Kinder aus dem Bezirk Minsk, die vorrangig Waisen sind, bereits im Tropical Islands, dem Filmpark Babelsberg und am gestrigen Mittwoch auch im Lübbener Kletterwald. Während manche mit ihren Gasteltern an die Ostsee gefahren sind, um bei den Temperaturen zu baden, hat der übriggebliebene Teil der Gruppe zum Mittag indisch gegessen in der Breiten Straße.

Auch Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) war der Einladung gefolgt und stattete dem Projekt mal wieder einen Besuch ab. In der Stadtverwaltung weiß man um die Bedeutung dieses internationalen Austauschs und unterstützt den Kinderhilfsverein deshalb auch in finanzieller Hinsicht. "Das ist schon ein Aushängeschild für die Stadt", freut sich Kolan über die Arbeit, die die vielen Ehrenamtler im Verein leisten. Er erkennt darin auch eine Art Botschaftertätigkeit für Lübben. "Das ist ja auch keine Effekthascherei, sondern beständige, ehrliche Hilfe seit nun fast 30 Jahren. Wir haben zwar auch die Fußballer und Handballer, aber der Kinderhilfsverein ist wahrscheinlich der prominenteste Verein, den wir in der Stadt haben."

Eine gute Woche sind die Tschernobyl-Kinder noch zu Gast in Lübben und im Spreewald. Die letzten Tage werden die meisten Kinder traditionell im Feriencamp Klein Leuthen verbringen. Am Freitag, 17. August, wird die Abschlussfeier in Klein Leuthen stattfinden.