ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:07 Uhr

Diskussion um Grund- und Oberschule Schenkenland
Köriser Schulpläne auf gutem Weg

Schulentwicklung und Schülerbeförderung im Landkreis Dahme-Spreewald: zwei heiße Themen, die wohl noch im Kreistag diskutiert werden.
Schulentwicklung und Schülerbeförderung im Landkreis Dahme-Spreewald: zwei heiße Themen, die wohl noch im Kreistag diskutiert werden. FOTO: dpa / Felix Kästle
Groß Köris. Monitoring zeigt Entwicklung der Bildungseinrichtungen in Dahme-Spreewald. Von Ingvil Schirling

Die Diskussionen um die Grund- und Oberschule Schenkenland in Groß Köris reißen nicht ab. Ihre Entwicklung war einer der Schwerpunkte in der Diskussion zum aktuellen Monitoring für die Schulentwicklungsplanung des Landkreises Dahme-Spreewald. Während die Verwaltung des Landkreises Dahme-Spreewald grundsätzlich eine gute Entwicklung sieht, bleibt vor allem die Fraktion UBL/Wir für KW sehr kritisch. Uwe Voigt als sachkundiger Einwohner forderte, sich mit dem dort geplanten Ausbau zur Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe nochmals im Kreistag auseinanderzusetzen und dies darüber hinaus „zur Chefsache zu machen“.

Knackpunkt ist, dass auch in Königs Wusterhausen eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe entsteht, und zwar schneller und größer als im Kompromiss zur Schulentwicklungsplanung vor einigen Monaten ausgehandelt. Um Groß Köris mehr Zeit zur Profilierung und weiteren Entwicklung zu geben, sollte die Zügigkeit an der geplanten Gesamtschule in KW über fünf Jahr auf vier für die Sekundarstufe I und zwei für die Sekundarstufe II begrenzt und der Start um ein Jahr verschoben werden. Königs Wusterhausen kann allerdings die Schülerzahlen aus dem eigenen Raum decken und beantragte dem entgegen einen Beginn schon zum kommenden Schuljahr 2019/20 und für beide Sekundarstufen je einen Zug mehr. Das Bildungsministerium hat das auch genehmigt.

„Eine Wechselwirkung zwischen den beiden Schulen wird angenommen“, räumt die Kreisverwaltung zwar ebenso ein. Doch UBL/Wir für KW leitet daraus ernste Befürchtungen für die Pläne in Groß Köris ab und fordert deshalb, zuerst die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe formell einzurichten, damit sich auf Basis der daraus folgenden Planungssicherheit für die Eltern die Schülerzahlen entsprechend entwickeln können. „Schüler sind im Mittelraum des Landkreises genügend vorhanden“, heißt es in einer Stellungnahme. „Die Eltern sitzen in den Startlöchern, brauchen aber eine Planbarkeit.“

Bisher hatte es dazu immer geheißen, die Schülerzahlen gäben die Einrichtung einer Gesamtschule mit gymnasiale Oberstufe nicht her. Die „zwingend erforderliche Vierzügigkeit“, bilanziert die Verwaltung denn auch im aktuellen Monitoring, „kann nicht nachgewiesen werden“.

Statt dessen sollte das Schulprofil geschärft und die Zeit genutzt werden, um für sich zu werben. Das sei auf einem guten Weg, deutete Stephanie Löffler als Amtleiterin für Schulverwaltung an. „Die Schulleitung war schon ganz ganz fleißig und wir sind ganz klar dabei, der Schule hier zu helfen“, sagte sie im Bildungsausschuss. Sie strebe eine naturwissenschaftliche und sportliche Profilierung an. Angeregt habe die Verwaltung darüber hinaus, sich zusätzlich als „Schule des gemeinsamen Lernens“ auszurichten. Ein entsprechendes Konzept „gibt es schon für den Grundschulteil. Wir haben empfohlen, darüber weiter nachzudenken.“ Ein nächstes Treffen gebe es Anfang Oktober. „Wir sehen eine positive Entwicklung. Die Schülerzahlen steigen“, schloss sie.

Grundsätzlich, schätzt die Verwaltung weiter ein, stimmt die tatsächliche Entwicklung mit der Schulentwicklungsplanung für die Jahre bis 2021/2022 weitgehend überein. Teil der Monitoring-Diskussion waren aber auch die Busverbindungen vor allem im Norden des Landkreises. Judith Freund (SPD) nannte sie, vor allem Großziethen-Schönefeld und damit die Anbindung an das neue Gymnasium betreffend, „jämmerlich“. Es seien zehn Minuten mit dem Fahrrad nach Berlin, aber eine Busfahrt ab 6.35 Uhr, um pünktlich in der Schule zu sein. Das Problem sei mit der RVS besprochen, „und wir wollen entsprechend nachziehen“, antwortete Stephanie Löffler aus Verwaltungssicht. Richtig glücklich war Judith Freund damit allerdings nicht, und dürfte mit ihrem Fazit anderen aus dem Herzen gesprochen haben: „Es ist immer wieder das gleiche Problem: Weil nicht genügend Leute da sind, wird nicht eingerichtet.“ Wie es aussähe, wenn die Buslinie oder eine andere Art der Infrastruktur da wäre, wisse man nicht. „Ich habe immer das Gefühl, es würden mehr Leute den Bus nehmen, wenn er alle halbe Stunde fahren würde.“