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| 17:46 Uhr

Lieberose
Koch schmeißt den Herd wieder an

Vor der Wiedereröffnung: Alexander Hiller (r.) testet in seiner Küche im Restaurant Zur Darre neue Rezepte, Servicetechniker Lothar Gauerke checkt die Kühlanlagen.
Vor der Wiedereröffnung: Alexander Hiller (r.) testet in seiner Küche im Restaurant Zur Darre neue Rezepte, Servicetechniker Lothar Gauerke checkt die Kühlanlagen.
Lieberose. Lieberoser Restaurant Zur Darre öffnet am Herrentag.

Die neuen Gastronomen des Restaurants Zur Darre in Lieberose sind dabei, der Einrichtung den letzten Schliff zu geben. Am Herrentag wollen die Brüder Hiller das erste Mal in Lieberose Gäste bewirten. In der Küche testet Alexander Hiller bereits Technik – und neue Rezepte.

„Hier, probieren Sie mal!“ Alexander Hiller reicht einen Teelöffel mit einer dunklen Sauce. Sie stammt von einem gebratenen Stück Wildschwein, schmeckt aber überraschend fruchtig. „In Apfelsaft geschmorter Wildschweinbraten mit Erbsenpüree, geschmorte Ofenkarotten und Wildkräuter“, hat sich der 36-jährige ausgedacht. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass er und sein vier Jahre jüngerer Bruder Andreas aus der Sternegastronomie stammen. Doch in Lieberose wollen sie bodenständige Speisen anbieten: Regional, frisch, familienfreundlich.

Auch wenn das Restaurant bei der Übernahme der neuen Pächter oberflächlich betrachtet genau so aussah, wie es von den Vorgängern verlassen wurde, gab und gibt es viel zu tun. Vier Jahre Leerstand hatten die Einrichtungsgegenstände mit einer „feinen Patina“ überzogen, wie es Alexander Hiller ausdrückt. Jeder Stuhl musste umgedreht werden, die Zapfanlage durchgeblasen, Spinnweben gesaugt, Gläser gespült werden. In der Küche brachte am Freitag ein Servicetechniker die Kühlanlagen auf Vordermann, Getränke wurden geliefert. Erst am Mittwoch war den Brüdern der Bescheid über die erfolgreiche Gewerbeanmedung ins Haus geflattert. Jetzt kann es losgehen. Die Internetverbindung ist eine der wenigen Dinge, die noch nicht funktionieren. „Vielleicht können wird deshalb die ersten Tage nach der Eröffnung noch nicht Kartenzahlung anbieten“. Man arbeite an einer Lösung.

Im Gastraum ist jeder Tisch mit einem Väschen geschmückt: Flieder, Löwenzahn und andere natürliche Blüten. Natürlich sollen auch die Zutaten in der Küche sein: „TK (Tiefkühlware, die Red.) kommt uns nicht ins Haus“, so der 36-Jährige. Stattdessen möchte er so viel wie möglich regional beschaffen: Leinöl aus dem Spreewald, Wild aus den Wäldern der Umgebung, Brot aus Straupitz, Gemüse aus der benachbarten Schlossgärtnerei. Das Prinzip „regional und saisonal“ stellt Hille über das Mengenprinzip: „Wenn eine Zutat aus ist, dann ist sie aus.“ Im Gegensatz zur reinen Spreewaldküche möchten Alexander und Andreas Hiller die Region kulinarisch würdigen. „Aus dem Wald und von der Heide mit Einflüssen aus dem Spreewald“, so umreißt Alexander Hiller, der mit Lebensgefährtin und 18 Monate altem Sohn in Straupitz lebt, die Devise. Sein Restaurant möchte er besonders für Familien attraktiv machen, auch preislich. „Viele denken, Sterneköche, bei denen gibt es nur Austern und Kaviar.“ In der Darre gebe es stattdessen „Landküche mit richtig viel Wild“.

Die Darre ist als Bürgerzentrum konzipiert. Sie verfügt außer dem Restaurant über einen Veranstaltungssaal und ein Museum, das der Förderverein betreibt. „Der Förderverein  darf den Saal für seine Veranstaltungen natürlich weiter nutzen“, stellt der 36-Jährige klar. Ab kommender Woche wird auch der grüne i-Punkt, der von der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald (TEG) betrieben wird, tageweise wieder besetzt sein.

Am Eröffnungstag möchte Alexander Hiller keine Party schmeißen.  Stattdessen schwebt ihm ein „Soft Opening“ vor, also eine Eröffnung ohne großen Aufhebens. Geöffnet ist das Restaurant ab dem 10. Mai Donnerstags bis Sonntags von 10.30 bis 21.30 Uhr.