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Protestaktion am Mittag
Klinikmitarbeiter streiken in Lübben

Ein Krankenpfleger schiebt in einer Klinik in Berlin ein Krankenbett durch den Flur. Verdi fordert mehr Krankenpfleger, nicht nur in Lübben, wo am Donnerstag gestreikt wird.
Ein Krankenpfleger schiebt in einer Klinik in Berlin ein Krankenbett durch den Flur. Verdi fordert mehr Krankenpfleger, nicht nur in Lübben, wo am Donnerstag gestreikt wird. FOTO: Daniel Bockwoldt / dpa
Lübben. In der Asklepiosklinik in Lübben wird heute gestreikt. Zwischen 11.30 Uhr und 12.30 Uhr wollen sich Mitarbeiter zu einer Protestaktion vor dem Haupteingang versammeln. Was fordern sie?

Die Gewerkschaft Verdi hat mit dem Slogan „Mehr von uns ist besser für alle“ die Beschäftigten der Asklepios Fachklinik Lübben zum Protest aufgerufen. Damit will Verdi auf den Personalmangel bei Asklepios in Lübben, aber auch in anderen Krankenhäusern aufmerksam machen.

„Bei der Asklepios Fachklinik in Lübben verhandelt der Betriebsrat mit dem Arbeitgeber seit über einem Jahr in einer Einigungsstelle über eine Arbeitszeitregelung für die Beschäftigten in der Pflege. Diese Arbeitszeitregelung kommt nicht zustande, weil sich Betriebsrat und Arbeitgeber nicht zu Mindestbesetzungen einigen können und von Asklepios kein adäquates Ausfallkonzept vorgehalten wird“, erklärt Gewerkschaftssekretär Ralf Franke. Die Personaldecke sei einfach zu dünn.

„Die Personalsituation spitze sich im Dezember durch weitere erhöhte Krankenstände zu“, so Franke. „Die Personalbesetzung musste daher erneut reduziert werden. Dies führte dazu, dass in der Gerontopsychiatrie zwei Pflegekräfte für 24 Betten/Patienten am Tag zuständig sind. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind an einigen Stunden am Tag nur zwei Pflegekräfte für 14 Patienten zuständig.“

Der Betriebsrat habe mittlerweile die Dienstplanänderungen abgelehnt, die durch eine zu geringe Personalausstattung und dem fehlenden Ausfallkonzept verursacht wurden. Hierzu sind inzwischen Arbeitsgerichtsverfahren anhängig.

(bob)