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| 17:11 Uhr

Mehr Geld für Krankenhäuser
Finanzspritze für Land-Kliniken

 Die wohnortnahe Versorgung der Patienten soll auch in Zukunft gesichert werden. Dafür gibt es Geld vom Bund.
Die wohnortnahe Versorgung der Patienten soll auch in Zukunft gesichert werden. Dafür gibt es Geld vom Bund. FOTO: Rapeepat Pornsipak/shutterstock.
Die Krankenhäuser in Lübben und Luckau erhalten künftig 400 000 Euro zusätzlich im Jahr. Das Geld soll die Versorgung im ländlichen Raum verbessern. Doch was bringt es wirklich?

Wie weit helfen Ihnen 400 000 Euro?

Lars Markewitz, kaufmännischer Direktor im Klinikum Dahme-Spreewald (Spreewaldklinik): 400 000 Euro sind ein durchaus hilfreicher Betrag. Hintergrund ist ja vor allem das Pflegepersonalstärkungsgesetz, das Vorgaben macht.

 Die Spreewaldklinik Lübben soll mit einem medizinischen Versorgungszentrum ergänzt werden.
Die Spreewaldklinik Lübben soll mit einem medizinischen Versorgungszentrum ergänzt werden. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Jördis Rößner (Referat Kommunikation im Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin): Gerade kleinere Standorte haben als Grundlast einen überdurchschnittlichen personellen und investiven Aufwand zu berücksichtigen. Dieser kann gerade nicht über eine Fallzahlsteigerung erwirtschaftet werden, da die Einzugsbereiche dünnbesiedelt sind. Diesem überdurchschnittlichen Aufwand trägt die zusätzliche Förderung Rechnung. Sie hilft insbesondere den Krankenhäusern im ländlichen Raum, ihre Aufgabe einer wohnortnahen, qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung zu erfüllen.

 Das Evangelische Krankenhaus Luckau (l.) und die Spreewaldklinik in Lübben erfüllen die Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung von 400 000 Euro im Jahr.
Das Evangelische Krankenhaus Luckau (l.) und die Spreewaldklinik in Lübben erfüllen die Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung von 400 000 Euro im Jahr. FOTO: Krankenhaus

Welche Investitionen beziehungsweise zusätzliches Personal können oder werden in den kommenden Jahren damit bezahlt?

Markewitz Entsprechend der Vorgaben wird das Geld in verschiedenen Kontexten genutzt. Vor allem für das Pflegebudget ist es hilfreich, da damit bedarfsgerechter geplant werden kann. Das Klinikum Dahme-Spreewald wird dieses Geld für die bessere, wohnortnahe Versorgung im ländlichen Raum nutzen.

Rößner Die zusätzliche Förderung erkennt den erhöhten Aufwand kleiner Krankenhäuser an. Sie dient insofern nicht dazu, zusätzliche Investitionen oder zusätzliches Personal zu finanzieren.

Für wie viele Jahre erhalten Sie diese Förderung?

Markewitz Über die Förderung wird jährlich neu entschieden, die jetzige Zusage bezieht sich auf das Jahr 2020.

Rößner Laut Pressemitteilung des Bundesministeriums der Gesundheit vom 8. Juli wird die Liste der Krankenhäuser, die die Förderung erhalten, „jährlich aktualisiert“. Insofern erhält das Evangelische Krankenhaus Luckau diese Förderung zunächst für ein Jahr. Wir gehen davon aus, dass die Förderung auch für die folgenden Jahre gezahlt wird, wenn die Voraussetzungen des Gemeinsamen Bundesausschusses unverändert bleiben.

Sind Bedingungen oder Anträge an die Finanzspritze geknüpft?

Markewitz Man muss die Voraussetzungen des Gemeinsamen Bundesausschusses erfüllen, also im ländlichen Raum mit einer geringen Bevölkerungsdichte liegen, und es müssen bestimmte Fachabteilungen (Innere Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe) vorhanden sein. Dies ist bei der Spreewaldklinik Lübben jeweils gegeben.

Rößner Es gelten die Bedingungen des Gemeinsamen Bundesausschusses für einen Sicherstellungszuschlag. Allerdings müssen die Krankenhäuser – anders als beim Sicherstellungszuschlag – kein Defizit nachweisen, um die zusätzliche Förderung zu erhalten. Zu den konkreten Modalitäten der Auszahlung liegen dem Evangelischen Krankenhaus Luckau noch keine Informationen vor.