(red/rdh) Der Herbst ist da und mit ihm die Erkältungszeit. Eine Erkältung dauert ein paar Tage und ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Was tun, wenn eine richtige Grippewelle droht?

„Die nächste Grippesaison naht“, bestätigt Dr. Alexander Riedel, Facharzt für Arbeitsmedizin und Betriebsarzt für die Beschäftigten am Klinikum Dahme-Spreewald. Er weist auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) hin, die zu jährlichen Impfungen rät. Obwohl mit Impfung vermeidbar, ist Grippe laut Robert Koch-Institut (RKI) eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten in Deutschland. In Brandenburg waren es im vergangenen Herbst und Winter 5453 Erkrankte. Das waren zwar fast nur halb so viele wie im Jahr zuvor (10230 Erkrankte), aber trotzdem immer noch deutlich mehr als in früheren Jahren. Vor allem Kinder waren betroffen.

Die beste Zeit, um sich gegen die Influenza impfen zu lassen, ist im Oktober und November – also jetzt. Doch scheuen viele diesen Gang zum Hausarzt. Zu groß sind die Bedenken, denn trotz Impfung liegen viele Menschen zur Grippezeit einige Tage flach. „Die richtige Influenza darf nicht mit den ‚normalen‘ Erkältungskrankheiten verwechselt werden“, sagt Dr. Riedel, der als Symptome der schweren Grippeerkrankung hohes Fieber, Schüttelfrost, Hals- und Gliederschmerzen sowie Reizhusten nennt. Im schlimmsten Fall bestehe sogar Lebensgefahr.

Jedes Jahr im Herbst werden für die Mitarbeiter des Klinikums Dahme-Spreewald Grippeschutzimpfungen angeboten. Beschäftigte im öffentlichen Gesundheitsdienst gehen sehr bewusst mit ihrer Gesundheit um und nutzen diese und andere Impfungen zum Schutz der Gesundheit im eigenen Interesse und im Interesse ihrer Patienten.

Der Präventionsansatz mit Schutz der Beschäftigten ist für Dr. Riedel vorrangig. So wie die Teams in Pflege und Medizin sollten sich laut Facharzt für Arbeitsmedizin vor allem Menschen impfen lassen, die im Kontakt zu vielen anderen Personen stehen. Gerade Senioren, Diabetikern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem wird die Immunisierung empfohlen. Eine Impfung bietet für sie selbst Schutz und sorgt gleichzeitig dafür, dass sie die Erkrankung nicht übertragen.

Trotzdem ist die Schutzimpfung keine Garantie dafür, dass man nicht die Grippe bekommt. „Dafür sind die Viren einfach zu vielfältig. Man müsste genau gegen Bestandteile des Virus geimpft worden sein, mit dem man sich dann ansteckt“, bestätigt Dr. Riedel. Wie bei den meisten Medikamenten können auch bei Grippe-Impfstoffen Nebenwirkungen auftreten. Die Ärztinnen und Ärzte, die Impfungen durchführen, beantworten auch Fragen nach etwaigen Nebenwirkungen.