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| 16:59 Uhr

Danktag in Lübben
Kleine Könige sind voll mitgegangen

Die kleinen Könige haben ihren Segen erhalten und machen Pause bis zur nächsten Sternsingeraktion.
Die kleinen Könige haben ihren Segen erhalten und machen Pause bis zur nächsten Sternsingeraktion. FOTO: Vera Hähnlein
LÜBBEN. Sternsingerdanktag in Lübben beendete die Sammelaktion des Kindermissionswerkes.

Sie kamen mit dem Auftrag, Segen in die Häuser ihrer Mitmenschen zu bringen: Kinder aus Lübben, Lübbenau, Luckau und Calau schlüpften für die ersten Wochen des jungen Jahres in die Rollen von Caspar, Melchior und Balthasar, den Heiligen Drei Königen aus dem Morgenland. Sie zogen in ihrer freien Zeit dem Stern hinterher von Haus zu Haus. Sie sangen, segneten die Wohnungen und sammelten Spenden für Kinder in Not. Kürzlich feierten sie in Lübben gemeinsam Dankgottesdienst, mampften in der Kinoklause Hähnchennuggets und hatten das Lübbener Kino einmal ganz für sich allein.

Sich für andere einzusetzen, das macht Spaß: „Ich freue mich darüber, dass die Menschen so gern gegeben haben“, weiß Arthur (11) auf die Frage, warum er ein begeisterter Sternsinger ist. Die Menschen erweisen sich dankbar, wenn über ihren Türen der Aufkleber mit dem Sternsingersegen 20*C+M+B+18 – Christus segne dieses Haus – prangt. Nicht allein mit Süßigkeiten als Marschverpflegung auf ihrem mitunter kalten Weg, sondern vor allem mit einer Spende, die in diesem Jahr besonders gegen ausbeuterische Kinderarbeit in Indien verwendet werden soll. Da staunten die kleinen Könige denn nicht schlecht, als Jugendseelsorger Pfarrer Marko Dutzschke ihnen vorrechnete, dass so ein indisches Kind für einen harten Zehnstundentag umgerechnet nur einen Euro erhält, es der Armut aber dennoch nicht entrinnen kann.

Jeder Spenden-Euro ist darum wichtig. Für die erwachsenen Geber hingegen steht eher die Zuwendung der Kinder im Vordergrund, was besonders bei den Senioren spürbar war. Im evangelischen Seniorenzentrum am Lübbener Spreeufer waren die Bewohner hellauf begeistert von dem Besuch der Sternsinger, was die Kinder natürlich angespornt hat. „Bettlägerige Patienten haben aus ihren Zimmern heraus geklatscht und ‚wunderbar, wunderbar’ gerufen“, berichtet Pfarrer Dutzschke. „Das ist doch ein Motiv, auch im nächsten Jahr die Sternsinger auszusenden“.

Das Kindermissionswerk, das die Sternsingeraktion bundesweit initiiert, ist zwar eine katholische Einrichtung. Um als Sternsinger mitzumachen, muss man aber keineswegs katholisch sein. „Vielerorts gehen katholische und evangelische Kinder gemeinsam“, weiß der Jugendpfarrer, und auch als noch Ungetaufter könne man sich an diesem kirchlichen Sendungsauftrag beteiligen.

Fanden sich denn rund zwanzig der jungen Segensbringer am Sonntagvormittag zum Dankgottesdienst in der katholischen St. Trinitatis-Kirche ein, um vom Jugendpfarrer selbst ihren Segen zu empfangen, füllten im Kinosaal schon deutlich mehr Kinder die Bankreihen: Kumpel und Kumpelinen waren herzlich mit eingeladen zur Exklusivvorstellung von Timm Thaler. „Der Film hat den Kindern unheimlich gut gefallen, sie sind voll mitgegangen“, freut Susanne Nomine, Gemeindereferentin der katholischen Gemeinde, über die Filmauswahl. Für sie ist der Sternsingerdanktag eine rundherum gelungene Angelegenheit. Denn wenn diejenigen, die Freude ins Haus brachten, auch wiederum ihren Spaß an der Aktion hatten, schließt sich erst der Kreis.