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| 16:35 Uhr

Motivierte Mitarbeiter
Kleine Gesten statt fette Prämien

Lübben. R&S Seniorenresidenz Lübben wurde als „Bester Arbeitgeber im Landkreis Dahme-Spreewald“ geehrt.

Wer die R&S Seniorenresidenz in Lübben besucht gewinnt schnell den Eindruck von Ruhe, Frieden und Beschaulichkeit. Einen leichten Job haben die insgesamt 142 Mitarbeiter der Einrichtung allerdings nicht. Wie man seine Kollegen in Zeiten von oftmals überlasteten Pflegeeinrichtungen und unterbesetzer Belegschaft dennoch dazu motivert, jeden Tag gern zur Arbeit zu erscheinen, weiß Residenzleiterin Andrea Kunert. Die Seniorenresidenz hat vor Kurzem die Auszeichnung „Bester Arbeitgeber des Landkreises Dahme-Spreewald“ in der Kategorie 101 bis 500 Mitarbeiter erhalten.

Aus den Bilderrahmen, die in den Fluren der Wohnhäuser hängen, lächeln die freundlichen Gesichter der Mitarbeiter. Schnell entsteht der Eindruck, dass hier gute Laune und motiviertes Arbeiten an der Tagesordnung sind. Die Seniorenresidenz existiert seit 2003 und hat sich in den letzten Jahren stetig erweitert. Auch für das Jahr 2018 ist eine neue Wohneinheit mit 47 Wohnungen geplant.

Weiterentwicklung hält Residenzleiterin Andrea Kunert für notwendig, um den Mitarbeitern die nötige Wertschätzung entgegenzubringen. „Ich werte meine Kollegen auf, indem ich Ihnen möglichst viel Wissen vermittle und in ihnen die Bereitschaft wecke weiter lernen zu wollen“, erklärt die 54- Jährige. Das Unternehmen bildet, sofern es die personellen Kapazitäten zulassen, regelmäßig Pflegekräfte aus. Wer besonders fleißig ist, bekommt sogar einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt. Zudem werden Qualifizierungsanfragen und Weiterbildungswünsche von Mitarbeitern weitgehend berücksichtigt.

Das kann auch Ines Gutsche bestätigen. Die Leiterin des Wohnbereiches sieben hat sich vom Unternehmen zur gerontopsychiatrischen Fachkraft ausbilden lassen und leitet unter anderem Selbsthilfegruppen für Angehörige von Demenzkranken. Die gelernte Fachkraft für Altenpflege kam 2007 in die Einrichtung. „Das Arbeiten hier ist kein Vergleich zu anderen Residenzen, in denen ich früher gearbeitet habe. Mir wurde von Anfang an alles sofort zugetraut“, berichtet Ines Gutsche. Empathie sei das Zauberwort, das auch Andrea Kunert immer wieder betont. Über Probleme und Arbeitsfehler würde immer sofort gesprochen werden. „Wichtig ist, dass die Mitarbeiter miteinander reden und sich ineinander hineinversetzen können, damit man auch weiß, wem es vielleicht gerade nicht so gut geht“, so die Wohnbereichsleiterin.

Durch gemeinsame Freizeitaktivitäten und Projekte wird der Mitarbeiterzusammenhalt ständig gestärkt. Die personellen Strukturen sind in der Einrichtung geklärt, trotzdem hält Andrea Kunert es für wichtig, die bestehenden Hirarchien hin und wieder auch mal aufzubrechen. „Wenn wir zum Beispiel beim Kahnstechen sind, bin ich eben mal nicht die Chefin, sondern so wie alle anderen“, erzählt sie. Die ehemalige Kinderkrankenschwester leitet die Residenz mit hingebungsvoller Eigeninitiative. So erhält jeder Mitarbeiter zu Weihnachten eine handschriftlich geschriebene Einschätzung seiner Leistungen. „Wahrscheinlich mache ich mir oftmals mehr Stress als ich brauche, aber ich finde, dass auch immer etwas dabei herauskommt, wenn man seinen Kollegen mal was Gutes tut“, meint Andrea Kunert.

Kleine motivierende Aufmerksamkeiten in Form von Postkarten oder Süßigkeiten erhalten ihre Mitarbeiter regelmäßig. Das würde die Arbeitsmoral das ganze Jahr über stärken. „Ich finde das kleine Gesten und ein Lob vom Chef im Alltag mehr bedeuten, als eine fette Prämie, die man einmal im Jahr bekommt“, findet die Leiterin.

Dieses Konzept scheint aufzugehen, denn die Mitarbeiter-Fluktuation liegt in der Lübbener Einrichtung bei unter zwei Prozent. Knapp 30 Mitarbeiter arbeiten schon seit 15 Jahren für die R&S Seniorenresidenz. Für die Wertschätzung ihrer Kollegen opfert Andrea Kunert bereitwillig einen Großteil ihrer Freizeit. „Wichtig ist, dass man alles, was man tut, gern macht. Ich habe nichts davon die Chefin zu sein, wenn mich meine MItarbeiter nicht respektieren“, erklärt sie. Denn ein angespanntes Betriebsklima würden vor allem die Bewohner der Residenz zu spüren bekommen.

(the)