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Kleine Geldspritze zur Motivation

Wer sich um Feuerwehrnachwuchs kümmert, soll dafür auch entschädigt werden. In Lübben wird gerade eine höhere Aufwandsentschädigung diskutiert.
Wer sich um Feuerwehrnachwuchs kümmert, soll dafür auch entschädigt werden. In Lübben wird gerade eine höhere Aufwandsentschädigung diskutiert. FOTO: asd1
Lübben. Die Lübbener Stadtverwaltung soll die Satzung über die Gewährung von Aufwandsentschädigungen für die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Lübben überarbeiten und gegebenenfalls die Ordnung über die Erhebung von Entgelten und Kostenersatz für Leistungen der freiwilligen Feuerwehr anpassen. Das schlägt die Fraktion CDU/Grüne vor. Andreas Staindl / asd1

Ziel des Vorstoßes ist es, das ehrenamtliche Engagement der Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt Lübben künftig stärker finanziell zu würdigen.

Der Bildungsausschuss der Stadt hat sich als erster Ausschuss mit dem Vorschlag beschäftigt. "Wir waren während der vergangenen Monate im intensiven Austausch mit den Kameraden und haben gehört, was sie bewegt", sagt der Ausschussvorsitzende Jens Richter (CDU). "Sie haben uns deutlich gemacht haben, dass viel Motivation nötig ist, um die ehrenamtlichen Dienste abzusichern. Wir sollten darüber nachdenken, die Aufwandsentschädigung zu verbessern." Ziel ist es, die Wertschätzung der Kameraden zu erhöhen und einen Teil der persönlichen Aufwendungen zu kompensieren. Peter Rogalla (Die Linke) ist dafür: "Die Beschlussvorlage ist die logische Konsequenz aus den Vorgesprächen mit den Kameraden. Es ist höchste Zeit, etwas im Sinne der Feuerwehr zu verändern." Er dankte ausdrücklich der CDU/Grüne-Fraktion, "dass sie die Vorlage eingebracht hat". Günter Piesker (die stadtfraktion) begrüßt ebenfalls die Initiative: "Wir müssen die Feuerwehrleute finanziell mehr motivieren. Sie opfern schließlich ihre Freizeit für die Allgemeinheit." Er plädierte dafür, die Erhöhung der Aufwandsentschädigung "erst gar nicht auf die lange Bank zu schieben". Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, einen Entwurf zeitnah vorzulegen. Angestrebt wird, die überarbeitete Satzung mit Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten zu lassen. Dann sollen nach dem Willen des Bildungsausschusses die Funktion des stellvertretenden Jugendfeuerwehrwarts eingeführt und die Aufwandsentschädigung für Atemschutzträger erhöht werden.

Aktuell ist es so, dass die Jugendfeuerwehrwarte von ihren monatlichen 40 Euro Aufwandsentschädigung ihrem Stellvertreter etwas abgeben, das Geld oft sogar in die Arbeit der Jugendfeuerwehren fließe. "Die Schaffung der neuen Funktion inklusive der finanziellen Entschädigung soll auch ein Signal der Wertschätzung sein", sagt Jens Richter. "Und Atemschutzträger sind ohnehin ganz wichtige Leute in einer Wehr." Zudem soll die Verwaltung die Einführung einer festen Aufwandsentschädigung für Einsätze pro Stunde und für die Brandsicherungswache prüfen. "Es wird immer schwieriger, Veranstaltungen durch Brandwachen abzusichern", erklärt der Ausschussvorsitzende. "Ein Teil des Geldes, das die Stadt Lübben von den Veranstaltern für diese Arbeit erhält, muss in die Feuerwehren zurückfließen." Angeregt wird auch, die Einführung einer Pauschale pro Einsatz für die Anfahrt bei Alarmierung zu prüfen. Konkret geht es um jene Kameraden, die für einen Einsatz zur Feuerwache kommen, dann aber nicht benötigt werden. Die Mitglieder des Bildungsausschusses haben den Stadtverordneten einstimmig empfohlen, die Beschlussvorlage mit obigen Punkten zu beschließen. "Wir brauchen für eine Entscheidung noch belastbare Zahlen von der Verwaltung, damit wir wissen, was überhaupt machbar ist", sagt Jens Richter. Er regte zudem an, die Kameraden in die Diskussion einzubeziehen.