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| 01:03 Uhr

Kleine: „Die Menschen sind mir sehr offen begegnet“

Seit dem 1. Juni hat das Amt Unterspreewald einen neuen Amtsdirektor. Jens-Hermann Kleine ist aus dem westfälischen Rahden in den Unterspreewald gezogen und hat diesen in den vergangenen Monaten näher kennen gelernt. In einer ersten Bilanz spricht er über Pfunde, mit denen das Amt wuchern kann, und schmerzhafte Einschnitte, die mit dem Ende des Dorferneuerungsprogramms kommen werden. Archivfoto: A. Wawro


Wie haben Sie die Unterspreewälder in den vergangenen sieben Monaten kennen gelernt„
Ich würde sagen, dass es jeder, der nach Westfalen in meine alte Heimat geht, schwerer hat als umgekehrt. Die Menschen hier sind mir sehr offen begegnet. Das gilt auch für die Verwaltung. Es ist alles ziemlich gut aufgestellt. Ich habe Glück gehabt mit meinen beiden Vorgängern Carsten Saß und Dr. Markus Grünewald.

Welchen Eindruck haben Sie von der Arbeit im Amtsausschuss“
Glücklicherweise gibt es keine zermürbenden Fraktionssitzungen. Die Vorlagen werden sachlich diskutiert, kritische Äußerungen eingeschlossen, aber der Umgang miteinander bleibt sachlich. Das erleichtert die Verwaltungs arbeit enorm, und wir können Vorhaben sogar Hand in Hand und dadurch schneller umsetzen. Ich habe den Eindruck, dass wir hier gemeinsam daran arbeiten, dass das Amt und seine Gemeinden vor wärtskommen.

Wo sehen Sie die Probleme im Amt Unterspreewald„
Dass die Dorferneuerung ausläuft, ist bitter. Das reißt Lücken, die wir nicht stopfen können. Wir müssen zusehen, dass wir die angefangenen Maßnahmen noch zu Ende kriegen, und das ist dieses Jahr noch eine ganze Menge.
Über das Dorferneuerungsprogramm ist im Amt Unterspreewald viel Geld in die Infrastruktur geflossen. Das ist eine Zukunftsentscheidung, die schon meine Vorgänger getroffen hatten. Sie wollten, dass die Gemeinden eine gute Infrastruktur haben, um Bevölkerung zu halten und dem Traum vom Zuzug wenigstens ansatzweise näherzukommen. Wir werden, wenn die Ergebnisse vorliegen, Ende 2005 wahrscheinlich einen leichten Rückgang an Einwohnern zu verzeichnen haben. Aber der allgemeine Trend ist hier doch deutlich abgeschwächt.

Welche weiteren „Problemzonen“ sehen Sie im Amt“
Im nördlichen Bereich sind es ganz klar die Abgaben, die die Gemeinden Unterspreewald und Krausnick-Groß Wasserburg im Zusammenhang mit dem Wasser- und Abwasserverband Alt Schadow (Wavas) zu zahlen haben. Das haut sie finanziell fast um. Durch die Ämterstruktur bleibt das aber auf den Norden begrenzt.
Wo sehen Sie die Potenziale des Amts?
Sicherlich im Tourismus, den es weiter zu stärken gilt. Auch dies ist einer der Pfade, die meine Vorgänger erfolgreich beschritten haben, und ich sehe sie als gute Pfade. Im vergangenen halben Jahr ist mir hier noch nichts begegnet, das ich grundsätzlich anders machen würde.
Sehr positiv finde ich, dass die Gemeindegebietsreform mit ihren Folgen von den Menschen einigermaßen angenommen worden ist. Ein Beispiel ist, dass sich Krausnick und Groß Wasserburg als Gemeinde, also gemeinsam für den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beworben haben. Ich sehe das als starkes Zeichen, auch wenn sich die Kommission nicht für sie entschieden hat.

Mit Jens-Hermann Kleine
sprach Ingvil Schirling