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Fördermittel
Kita Schönwalde vor Erweiterung

Die Kita Regenbogen in Schönwalde soll einen Erweiterungsbau bekommen. Sie ist zu klein geworden. Vorübergehend sollen als Notlösung Kinder im gegenüberliegenden Gebäude betreut werden, in dem auch die Verwaltung des Amtes Unterspreewald sitzt.
Die Kita Regenbogen in Schönwalde soll einen Erweiterungsbau bekommen. Sie ist zu klein geworden. Vorübergehend sollen als Notlösung Kinder im gegenüberliegenden Gebäude betreut werden, in dem auch die Verwaltung des Amtes Unterspreewald sitzt. FOTO: Ingvil Schirling
Drahnsdorf. Kitas im Amt Unterspreewald sind gut ausgelastet. Die Kapazitätsgrenze ist mehr als erreicht. In der Kita "Regenbogen" in Schönwalde kann der Bedarf schon jetzt nicht mehr gedeckt werden. Mindestens zehn Krippenplätze fehlen laut Verwaltung. Andreas Staindl / asd1

Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) sieht als Grund steigende, zumindest aber auf hohem Niveau stabile Geburtenzahlen sowie Zuzüge.

"Es wurde bei uns noch nie so viel gebaut wie derzeit", sagt Schönwalds Bürgermeister Roland Gefreiter (parteilos). Der Unterspreewald ist offenbar ein attraktiver Wohnstandort auch für junge Leute. Die Kommunalpolitiker reagieren darauf und haben kürzlich die Errichtung eines Erweiterungsbaus für die Kita "Regenbogen" in Schönwalde auf den Weg gebracht. Allerdings vorausgesetzt, dass Fördermittel fließen. Ein Antrag auf Zuwendung ist beim Landkreis Dahme-Spreewald gestellt, sagt Jens-Hermann Kleine.

Eine Vorplanung liegt ebenso vor. Sie geht von Gesamtkosten in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro aus.

Der Erweiterungsbau soll für 30 Kinder zwischen null und drei Jahren errichtet werden. Das neue Objekt ist zwischen dem Fachwerkhaus sowie dem Haupthaus geplant und soll durch einen gemeinsamen Eingangsbereich mit dem Hauptgebäude verbunden werden. Die Gemeinde Schönwald hat laut Amtsdirektor das Grundstück kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Verwaltungschef geht davon aus, dass "der erste Stein wohl in etwa eineinhalb Jahren gesetzt wird".

Dringenden Bedarf gibt es jedoch schon jetzt. Deshalb werde im Mietshaus am Verwaltungsgebäude gegenüber der Kita kurzfristig eine Notgruppe eingerichtet. "Das wird uns etwas Luft verschaffen", sagt Jens-Hermann Kleine.

Darüber hinaus beschäftigt die Kommunalpolitiker im Unterspreewald die Frage, was passiert, wenn die Plätze auch in anderen Kitas des Amts nicht reichen? Lothar Lorenz (Gemeinde Unterspreewald) interessiert, wie dann die Auswahl des Nachwuchses erfolgt. "Wir werden Kinder aus anderen Ämtern und Gemeinden ablehnen müssen", erklärt der Amtsdirektor. Wie der Ausschussvorsitzende Roland Gefreiter sagt, machen das anderen Kommunen mit Platzproblemen genauso.

Die Lage könnte sich zuspitzen, wenn landesweit beitragsfreie Kita-Jahre beschlossen werden. "Das wird derzeit im politischen Raum diskutiert", informiert der Verwaltungschef. "Für die Eltern wäre eine beitragsfreie Kita eine super Sache, für die Träger allerdings eine große Herausforderung. Denn Eltern, die ihre Kinder jetzt zu Hause lassen, um Geld zu sparen, bringen sie dann sehr wahrscheinlich in eine Kindereinrichtung."

Ein weiteres Problem hat die Träger von Kitas längst erreicht: "Der Erziehermarkt ist wie leergefegt", erklärt Jens-Hermann Kleine. "Wir bilden deshalb seit etwa vier Jahren selbst aus. Diesen Weg werden wir weiter ausbauen müssen."

Das Amt Unterspreewald finanziert die Ausbildung aus eigener Tasche, gibt den Auszubildenden sogar ein Entgelt. Werner Hämmerling (Schlepzig) kritisiert, dass angehende Erzieherinnen und Erzieher üblicherweise keinen Cent während ihrer Ausbildung erhalten: "Das kann sich doch niemand leisten. Was macht denn die Landesregierung dagegen? Wenn das so weiter geht, werden wir bald keine Leute mehr haben, die die Kinder betreuen."

Wolfgang Luplow (Steinreich), auch Geschäftsführer des Regionalverbands Brandenburg Süd der Arbeiterwohlfahrt (AWO), sieht die Entwicklung bei der Ausbildung der Erzieher aus eigener Erfahrung "tatsächlich als sehr problematisch an. Und doch müssen wir bauen und Kita-Plätze schaffen, denn der Bedarf ist jetzt da. Und wenn wir das Objekt in 20 oder 25 Jahren nicht mehr als Kita brauchen, machen wir halt beispielsweise ein Seniorenheim daraus. Wir müssen einfach flexibel sein."

Lothar Lorenz befürchtet, dass schon in ein paar Jahren Kita-Plätze frei bleiben könnten. Seine Argument: "Die Zahl der Frauen zwischen 16 und 40 Jahren in unserem Amt nimmt seit Jahren ab." Rainer Kleemann (Waldow) folgt diesem Szenario nicht: "Der Bedarf an Kita-Plätzen hat sich doch viel positiver entwickelt, als uns vor zehn Jahren erzählt wurde."