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| 02:51 Uhr

Kirche und Forum gedenken Pogromnacht

Lübben. Nur wenig Möglichkeiten zum Gedenken an den 70. Michael Schulz

Jahrestag der Pogromnacht werden den Lübbenern und Luckauern am Sonntag, dem 9. November, angeboten. Hannelore Tarnow, Pressesprecherin der Stadt Lübben, sagt, dass es am Sonntag keine Veranstaltung von offizieller Seite geben wird. Sie verweist jedoch auf die im September dieses Jahres verlegten fünf Stolpersteine, die an während der NS-Zeit verfolgte jüdische Mitbürger erinnern sollen. Auch die Stadt Luckau meldet, dass nichts geplant sei.

Die einzigen beiden Veranstaltungen in Lübben gehen von der Kirchengemeinde des Ortes aus. Wie sie mitteilt, wird in der Paul-Gerhardt-Kirche ab 10 Uhr ein Gottesdienst an die Pogromnacht erinnern und auch die immer noch aktuelle Gefahr durch den Antisemitismus thematisieren. "Daran wird auch das ,Forum gegen Rechts' teilnehmen", sagt Ilka Gelhaar-Heider vom Forum. "Im Anschluss gibt es gemeinsam mit der Jungen Gemeinde eine Andacht am Ort der alten Synagoge.

" Die Synagoge wurde 1945 bei Kämpfen endgültig zerstört, seit 1988 erinnert ein im Boden eingelassener David-Stern an den früheren Standort in der Schulgasse, unweit des heutigen Marktplatzes.

Doch schon zuvor während des Pogroms in der Nacht vom 9. auf den 10. November wurde die Synagoge angezündet und dabei stark beschädigt. Das Eingreifen der Feuerwehr bewahrte das Gebäude vor dem Abbrennen. Danach blieb die Synagoge mit vernagelten Fenstern und Türen stehen, wie aus dem Bericht eines Lübbener Feuerwehrmanns, dokumentiert im Heimatkalender von 1992, hervorgeht.

Auslöser der Pogromnacht war eine Rede des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels, in der er zu offener Gewalt gegen Juden aufrief. Nazi-Anhänger zündeten daraufhin in ganz Deutschland Synagogen an, plünderten jüdische Geschäfte und misshandelten jüdische Mitbürger.

Wie die Oberschule in Dahme berichtet, werden ihre 10. Klassen noch im November anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht das Haus der Wannsee-Konferenz besuchen. Auch die Oberschule in Luckau veranstaltet eine Projektfahrt. "Unsere neunten Klassen besuchen jedes Jahr die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen in der Nähe von Oranienburg", sagt Anita Möller, stellvertretende Schulleiterin. "In diesem Zusammenhang behandeln wir mit unseren Schülern auch die schrecklichen Ereignisse der Pogromnacht."

Wie andere Schulen aus Lübben und Luckau bestätigt auch Andreas Kurzhals, Leiter der Spreewald-Schule, dass es zu diesem Jahrestag keine speziellen Veranstaltung geben werde. "Das Thema wird jedoch selbstverständlich im Unterricht der neunten und zehnten Klasse behandelt", so Kurzhals.