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| 15:30 Uhr

Aktion Zähneputzen
Kindergesundheit: 76 Prozent der Zwölfjährigen kariesfrei

Lübben. 25 Jahre Gruppenprophylaxe in Kitas zeigt Erfolg. Bei den Einschulungsuntersuchungen gibt es allerdings Auffälligkeiten. Von Ingvil Schirling

In Sachen Kindergesundheit in Dahme-Spreewald gibt es gute und weniger gute Nachrichten. Zu den positiven Entwicklungen zählt die Kariesprophylaxe. Seit gut 25 Jahren wird das gemeinsame Zähneputzen in Kitas gefördert. Bei der Bilanz zeigte sich ein Erfolg: 76 Prozent der Zwölfjährigen sind frei von Karies. Bemerkenswert ist das vor allem, weil zu Beginn der Aktion im Schuljahr 1993/94 nur knapp 15 Prozent in dieser Altersklasse gesunde Zähne hatten.

Diese Zahlen hat die Landkreisverwaltung kürzlich vorgelegt. Dabei ging sie auch auf die Ergebnisse der jährlichen Einschulungsuntersuchungen ein. Vergangenes Jahr wurden dazu 1655 Kinder untersucht. Bei 234 wurde eine Rückstellungsempfehlung aus medizinischen Gründen ausgesprochen. Das sind 14,3 Prozent aller Einschüler. Die Eltern von 17 Kindern wünschten sich, dass ihre Kleinen vorzeitig eingeschult werden.

„In vielen Bereichen der schulrelevanten Entwicklung besteht ein Anstieg von Auffälligkeiten bei Kindern, zum Beispiel im Bereich der Sprache, visuellen Wahrnehmung, Feinmotorik und Konzentration“, schätzt das Gesundheitsamt ein. „Dabei fallen insbesondere Sprachstörungen auf, die in diesem Jahr bei 21 Prozent der Kinder diagnostiziert werden mussten im Gegensatz zu 2016, wo nur 14,7 Prozent der Kinder Auffälligkeiten in der Sprache aufwiesen“, heißt es weiter. „Auch die Feinmotorikstörungen bei den Einschülern weisen einen deutlichen Zuwachs von 6,9 (2016) auf 11,5 Prozent in 2018 auf.

Im Kindergartenalter wurden 1271 Zwerge untersucht. 14 Prozent zeigten demnach eine nicht altersgemäße Entwicklung. Es gab sprachliche Auffälligkeiten sowie Defizite in der visuellen Wahrnehmung und Probleme in der Bewegung.

Zur Schulabgangsuntersuchung kamen 790 Jugendliche. Die größten Abweichungen aus gesundheitlicher Sicht habe es in den Bereichen des Sehens, des Stütz- und Bewegungsapparates und der allergischen Erkrankungen gegeben. Bei zehn Prozent der Jugendlichen schränkten gesundheitliche Probleme die Berufswahl ein.

Die Impf- und Immunisierungsraten werden als gut bis sehr gut eingeschätzt. Die relativ neue Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV), die seit 2007 für Neun- bis 14-Jährige empfohlen wird, haben 30 Prozent der Mädchen aus dieser jüngsten Impfstandserhebung des Kreises genutzt.