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| 15:55 Uhr

Bewerbung auf Landesebene
Kinderfreundliches Schönwalde geht in den Wettbewerb

Schönwalde stellt sich dem 9. Landeswettbewerb der familien- und kinderfreundlichen Gemeinde. Zum Rundgang waren Jean-Pierre Winter und Pedro Seidel von der beauftragten Agentur Medienlabor zu Gast, die gemeinsam mit Bürgermeister Roland Gefreiter, Georg Graf vom Seniorenbeirat, Pfarrer Benjamin Liedtke und Bäckereichefin Liane Rieß-Meißner Sportplatz, Bäckerei, Kita und Schule besichtigten.
Schönwalde stellt sich dem 9. Landeswettbewerb der familien- und kinderfreundlichen Gemeinde. Zum Rundgang waren Jean-Pierre Winter und Pedro Seidel von der beauftragten Agentur Medienlabor zu Gast, die gemeinsam mit Bürgermeister Roland Gefreiter, Georg Graf vom Seniorenbeirat, Pfarrer Benjamin Liedtke und Bäckereichefin Liane Rieß-Meißner Sportplatz, Bäckerei, Kita und Schule besichtigten. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Schönwalde. Der Unterspreewald-Ort wirft für neunten Landeswettbewerb seinen Hut in den Ring. Bei der Begehung wurde die Entwicklung des Dorfes deutlich. Von Ingvil Schirling

„Eigentlich dürften wir ja alle gar nicht mehr hier sein“, sagte Roland Gefreiter. Der Bürgermeister von Schönwalde verglich an einer Stelle seiner Präsentation der Kinder- und Familienfreundlichkeit im Dorf das wahre Leben mit den statistischen Prognosen. Die hatten noch bis vor kurzem einen Bevölkerungsschwund auf dem Land in Dahme-Spreewald errechnet. „Aber das Leben ist ein bisschen anders“, sagte Gefreiter. „Wenn man sich engagiert“, warf Michaela Schudek als amtierende Chefin der Amtsverwaltung im Unterspreewald ein.

Der Dialog gibt gut wieder, auf welcher Basis sich der Ort um den neunten Landeswettbewerb familien- und kinderfreundlicher Gemeinden bewirbt. Zwei Mitarbeiter einer beauftragten Agentur kamen zum Rundgang und hörten viel über künftige Pläne - und über eine Gemeinde, die jetzt die Früchte langjähriger Arbeit erntet. „Die Schule stand für die Gemeinde schon immer an erster Stelle“, sagte Michaela Schudek. „Sie hatte höchste Priorität. Ihr wurde alles andere untergeordnet.“ Die Kita ist in Amtsträgerschaft, gemeinsam mit sieben weiteren im Unterspreewald, und nicht weniger wichtig.

Dass beide deutlich erweitert werden müssen, ist das Ergebnis dieser Übereinkunft zwischen Gemeindevertretern, Amtsverwaltung und allen anderen, die sie über die Jahre mitgetragen haben. Um die Kita hatte es Anfang der 2000er-Jahre, im Zuge der Planung, noch Streit gegeben, ob sie in Zukunft überhaupt benötigt würde oder ein Seniorenheim sinnvoller wäre. Die 109 Plätze würden nie belegt sein, unkten so manche. 18 Jahre später ist ein Erweiterungsbau unterwegs, der neben 30 Plätzen auch einen Beratungsraum für die Erzieher beinhalten soll. Die Schule hatte „vor 15 Jahren weniger als 60, heute 160 Schüler“, so Roland Gefreiter als Bürgermeister weiter. Errichtet wurde sie noch zu DDR-Zeiten als Betonbau mit Flachdach für fünf Klassen. Längst saniert, soll sie nun zweizügig ausgebaut werden unter dem Leitfaden „gemeinsames Lernen“, das Kinder mit besonderen Bedarfen einschließt.

„Familienfreundlichkeit“, sagte Roland Gefreiter in seiner Präsentation vor den beiden Delegierten: „Wir leben das einfach.“

Der Beratungsraum der Feuerwehr war ein lebendiges Beispiel dafür. Kinder vom Sportverein, junge Familien, Vereine sowie Senioren brachten sich ein. Mandy Ziege aus Freiwalde stellte beispielsweise gemeinsam mit der wenige Wochen alten Frieda den Förderverein der Schule vor. Gegründet am 7. Dezember 2017, hat er 28 Mitglieder. Fünf Vorstandsmitglieder werden von elf Besitzern aus allen Ortsteilen unterstützt. Ziel ist es, die Schule in ihrer pädagogischen Arbeit zu unterstützen: finanziell, bei Projekten und Preisausschreibungen.

Der Rundgang durchs Dorf musste für die beiden Agenturmitglieder dann ohne Kinder stattfinden, die wieder zum Unterricht gingen. Liane Rieß-Meißner stellte die Bäckerei vor und verwies dabei auf ein weiteres wichtiges Zukunftsprojekt für Schönwalde: den Mühlenhof. Mit ihm soll perspektivisch gegenüber der Schule ein neues Dorfzentrum entstehen, das Einkaufsmarkt, Sparkasse, möglicherweise ein Betreutes Wohnen für Senioren und eben eine neue Bäckerei mit einschließen könnte. Was den Platz im alten Bauernhaus, in dem aktuell gebacken wird, angeht, wäre das dringend nötig, hofft Liane Rieß-Meißner auf einen baldigen Beginn. Familien- und Kinderfreundlichkeit heißt aber auch - und dafür ist ihre Bäckerei ein gutes Beispiel - dass große und kleine Schönwalder eingebunden sind ins Dorfleben. Daher werden Kinder regelmäßig in die Backstube eingeladen, um neben den Geheimnissen der Hefegärung auch gute Qualität bei den Rohstoffen kennenzulernen.

Eingebunden sind die Kinder gemeinsam mit dem ganzen Dorf ebenso in die Feuerwehr. Besonders der Lampionumzug mit anschließendem Grillen ist ein Höhepunkt im Dorfleben.

Ob Schönwalde in die engere Auswahl des Wettbewerbs kommt oder sogar aufs Treppchen, wird sich erst am 18. Mai herausstellen. Bis dahin sichten die beiden Agenturmitglieder alle Bewerbungen und bereiten sie für die Jury auf. Die hat das letzte Wort und muss darüber entscheiden, wie die 76 700 Euro Preisgeld aufgeteilt werden.