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| 10:16 Uhr

Kreistag
"Kein Vertrauensverhältnis": Halecker ist abgewählt

Ist seit Mittwochabend nicht mehr Vize-Landrat vom Landkreis Dahme-Spreewald: Chris Halecker (Die Linke).
Ist seit Mittwochabend nicht mehr Vize-Landrat vom Landkreis Dahme-Spreewald: Chris Halecker (Die Linke). FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Chris Halecker ist nicht mehr Vize-Landrat von Dahme-Spreewald. Eine denkbar knappe Abstimmung enthebt ihn seines Amtes.

Mit Spannung ist am Mittwochabend der Abwahlantrag von Chris Halecker (Die Linke) erwartet worden, dem seit September zwangsbeurlaubten Vize-Landrat vom Landkreis Dahme-Spreewald. Halecker wird vorgeworfen, insgesamt 6700 Euro aus der Kasse der Landesrettungsschule Brandenburg in Bad Saarow veruntreut und für private Zwecke missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, insgesamt acht Mal in die Vereinskasse gegriffen zu haben. Ein rechtskräftiges Urteil gibt es zwar noch nicht, doch seinen Posten als Vize-Landrat hat er nun bereits verloren. Von den Abgeordneten des Kreistages wurde der Erste Beigeordnete am Mittwoch um kurz nach 17.35 Uhr abgewählt.

38 Ja-Stimmen waren notwendig, um eine Zwei-Drittel-Mehrheit zu bekommen. 39 Ja-Stimmen sind es am Ende geworden, wobei nicht alle der 56 stimmbefähigten Mitglieder vor Ort waren und abstimmten. „Es ist knapp, aber es ist passiert“, sagte Landrat Stephan Loge (SPD) nach der Abwahl seines unmittelbaren Stellvertreters. Loge, dem als Landrat die 57. Stimme gehört, hatte selbst mit Ja gestimmt, „weil es kein Vertrauensverhältnis mehr gibt“.

Er hofft nun auf den baldigen Einsatz eines Nachfolgers. Eine Neuausschreibung für die Position des Ersten Beigeordneten soll in den nächsten Tagen zu lesen sein, so Loge. Der vorläufige Plan sehe vor, im Mai 2019 einen neuen Vize-Landrat präsentieren zu können. Loge befürwortet aber eine frühere Lösung. „Denn ich muss dieses Haus funktionstüchtig halten. Es stagniert hier einfach. Ein unmittelbarer erster Stellvertreter ist über lange Zeit nicht ersetzbar.“ Nun könne man zumindest wieder nach vorne schauen und weitermachen. „Auch die gesamte Belegschaft mit mehr als 900 Mitarbeitern will doch wissen, wo es langgeht“, sagte Loge, der sich bei dem ganzen Vorgang mehr Transparenz von seinem Stellvertreter gewünscht hätte.

Chris Halecker selbst im Übrigen wohnte der Abstimmung am Mittwoch im Zuschauerbereich bei. Nach seiner Abwahl verließ er den Saal aber wortlos.