“So schön der Radweg nach Zaue in Teilen geworden ist, so katastrophal ist der Zustand zwischen Goyatz und Lamsfeld„, sagt die Urlauberin. Freunde, die ortsunkundig seien, hätten den Pfad nicht einmal gefunden. “Jeder, der ihn dennoch aufspürt, muss sich mit Schikanen abfinden, die völlig unzumutbar und höchst unfallträchtig sind„, erzählt Karoline Kulling. Über die Brücke kurz vor Lamsfeld zu fahren, koste jede Menge Überwindung. “Die morschen und glitschigen Bretter sehen wenig vertrauenserweckend aus„, so die Urlauberin. Die letzten 500 Meter der Verbindung zum Dorf seien nicht mehr aufzufinden. “Deshalb ist man gezwungen, die Landstraße zu benutzen und setzt sich einem Verkehr aus, der lebensgefährlich ist„, sagt Karoline Kulling. “Viele Autofahrer gehen einfach nicht vom Gas und fahren hupend so dicht an Radfahrern vorbei, dass man Glück hat, nicht von einem Seitenspiegel erfasst zu werden.„ Der Lkw-Verkehr sei auf der Straße ungewöhnlich hoch. “Hier ist dringend Abhilfe zu schaffen, soll es nicht erst zu tödlichen Unfällen kommen„, warnt die Urlauberin.

Dem Schwielochsee-Bürgermeister Wolfgang Gliese (CDU) spricht die Urlauberin aus der Seele. “Wir kämpfen um einen straßenbegleitenden Radweg an der viel befahrenen Bundesstraße 320„, sagt er. Doch der sichere Radweg steht noch immer nicht im Investitionsplan des Landes Brandenburg. Laut Landkreis Dahme-Spreewald muss die Gemeinde noch mindestens drei bis fünf Jahre ohne den Weg auskommen. Deshalb soll der provisorische Radweg, dessen Zustand Karoline Kulling aus ihrem Erleben beschrieben hat, nun nochmals notdürftig hergerichtet werden. “Das kostet uns etwa 45 000 Euro aus dem Gemeindehaushalt„, sagt Bernd Boschan, der Amtsdirektor des Amtes Oberspreewald. “Diese Summe, die für die Gemeinde Schwielochsee sehr viel Geld ist, hätten wir lieber schon in den kommunalen Eigenanteil für einen richtigen Radweg entlang der Bundesstraße von Lamsfeld nach Goyatz investiert„, ergänzt er. Dabei hat Boschan ein doppelt ungutes Bauchgefühl. Denn alle bisherigen Bemühungen, den straßenbegleitenden neuen Radweg an der B 320 im Bauprogramm des Landesbetriebes Straßenwesen unterzubringen, waren gescheitert. “Wir haben immer wieder erklärt bekommen, dass es ja einen Gemeinde-Radweg gebe„, erzählt der Amtsdirektor.

Dieser sei in den 1990er-Jahren im Rahmen einen geförderten Beschäftigungsprojektes für arbeitslose Bürger gebaut worden und entspreche nicht den Anforderungen an einen sicheren Verkehrsweg. Mit dem Freihalten des Provisoriums sei die Gemeinde überfordert.

Zum Thema:
RadwegDen straßenbegleitenden Radweg entlang der Bundesstraße 320 zwischen Goyatz und Lamsfeld müsste der Bund als Baulastträger der Fahrbahn finanzieren. Dieser hat für Aufgaben wie diese das Land Brandenburg verpflichtet. Im Ergebnis bisheriger Verkehrszählungen wurde dem Radweg, den die Gemeinde seit Jahren fordert, keine Priorität eingeräumt.