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| 02:45 Uhr

Kampf um Standort der Feuerwache

Komplexe Übung in der Majoransheide in Lübben. Einsatzübungen helfen, die Feuerwehrleute fit für den Ernstfall zu machen.
Komplexe Übung in der Majoransheide in Lübben. Einsatzübungen helfen, die Feuerwehrleute fit für den Ernstfall zu machen. FOTO: A. Staindl/asd1
Lübben. Die Zahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Lübben/Stadt bleibt unverändert hoch. 186 Mal rückten die Kameraden im vergangenen Jahr aus. Das war zwar 20 Mal weniger als im Jahr zuvor, jedoch deutlich mehr als 2014. Andreas Staindl / asd1

Was die Feuerwehrleute des Löschzugs in Lübben leisten, ist aller Ehren wert. 186 Mal rückten sie im vergangenen Jahr zu Einsätzen aus. 44 Mal wurden sie zu Bränden und 79 Mal zu technischen Hilfeleistungen gerufen. 2600 Einsatzstunden wurden gezählt. Auch 2016 gab es wieder spektakuläre Einsätze, bei denen die Kameradinnen und Kameraden an ihre Grenzen gerieten, wie der Ortswehrführer Hagen Mooser sagt. Am 14. Juli waren sie bei einem Verkehrsunfall eines Gefahrgut-Lkw bei Gießmannsdorf, am 23. August beim Brand der Gaststätte "Kastanienhof" in Byhleguhre und am 17. November beim Brand der Bergescheune in Cahnsdorf gefragt. Mit einem Großaufgebot verhinderten sie an Heiligabend Schlimmeres nach einem Brandanschlag auf den Sportpark in Lübben.

Wenige Stunden vor dem Jahreswechsel wurden die Einsatzkräfte zu einem Wohnungsbrand in Lübben-Nord gerufen, wo sie mehrere verletzte Personen retten und den gesamten Aufgang räumen musste.

Im gesamten Vorjahr wurden von den Mitgliedern des Löschzugs Lübben/Stadt 38 Personen und drei Tiere gerettet oder aus Zwangslagen befreit. Drei Personen und zwei Tiere konnten nur noch geborgen werden. Die meisten Einsätze gab es im Mai (26) und September (23).

Wöchentliche Ausbildungstage, zudem größere Einsatzübungen (drei im Vorjahr), machen die Feuerwehrleute fit für ihre Einsätze. Um die Ausbildung noch effektiver zu gestalten, wurden im vergangenen Jahr drei Fachbereiche gebildet. 47 Frauen und Männer engagieren sich aktuell im Löschzug Lübben/Stadt; 2015 waren es 46.

Um die Tageseinsatzbereitschaft weiter zu stabilisieren, hofft Hagen Mooser, dass bei Neueinstellungen in der Verwaltung oder in Tochterunternehmen der Stadt auf Kräfte der freiwilligen Feuerwehr zurückgegriffen wird. Der Ortswehrführer erneuerte seinen Wunsch, die Stelle eines hauptamtlichen Stadtbrandmeisters zu schaffen: "Auf Dauer sind die Aufgaben ehrenamtlich nicht zu schaffen."

Wichtig ist den Kameraden zudem der Erhalt des Standorts der Feuerwache. Die soll umgebaut oder neu errichtet werden. Der Standort für einen eventuellen Neubau ist allerdings noch offen. "Die Feuerwache an den Rand unserer Stadt zu bauen, wäre fahrlässig", sagt Denny Beilke. Wie der Feuerwehrmann erklärt, wohnt das Gros der Einsatzkräfte in einem Radius von 450 Metern um die Feuerwache und damit in unmittelbarer Nähe. "Bei einer Ausgliederung der Feuerwache aus dem Stadtkern wäre nicht nur die Tagesalarmbereitschaft gefährdet, auch die Hilfsfristen könnten nicht mehr eingehalten werden", sagt Hagen Mooser.

Der Ortswehrführer warnt davor, Menschenleben und Sachwerte aufs Spiel zu setzen: "Jeder weiß, wie lange eine Reise durch das Verkehrsgewirr zu Stoßzeiten in Lübben dauert." Für den Stadtbrandmeister Bernd Wrege wäre es "eine Katastrophe, wenn der Standort der Wache verloren ginge. Der Erhalt liegt mir am Herzen."

Inzwischen soll dem Ortswehrführer zufolge ein Konzept für den Umbau der Feuerwache erarbeitet worden sein: "Das Ergebnis ist uns nicht bekannt." Auch die während der Feuerwehr-Jahresversammlung anwesenden Stadtverordneten - Peter Schneider (Stadtfraktion), Benjamin Kaiser (CDU) und Peter Rogalla (Die Linke) kennen das Konzept nicht, wie sie sagten. Und doch wird sich Kaiser zufolge etwas tun: "Für Baukosten der Feuerwache sind eine Million Euro im Haushalt dieses Jahres der Stadt Lübben eingeplant - unabhängig vom Standort der Feuerwache."