Dorthin hatte sie zur seit 1990 jährlich stattfindenden Frauentagsveranstaltung der Linkspartei eingeladen.

Blick in die Geschichte

Seine Wurzeln habe der Internationale Frauentag in Aufständen von Textilarbeiterinnen in New York, die für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in den Streik getreten waren, blickte die Landtagsabgeordnete vor 20 Frauen und Männern zurück. Erstmals sei der Internationale Frauentag auf Initiative von Clara Zetkin im Jahr 1911 am 19. März in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA begangen worden. Noch heute sei er in einer Reihe von Ländern ein gesetzlicher Feiertag.

„Wir sind gegen den Krieg“, habe die erste Forderung der Frauen gelautet, gefolgt von weiteren für Arbeitsschutzgesetze und Wahlrecht für Frauen, der Forderung des Achtstundentages, ausreichenden Mutter- und Kinderschutzes sowie der bis heute aktuellen Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeitsleistung und Mindestlöhnen.

„Es geht doch nicht darum, ob Mann oder Frau die Wäsche waschen. Wesentlich ist, ob eine Frau selbst bestimmen kann, wie sie ihr Leben gestalten will“, hob Karin Weber hervor. Dazu sollte sie materiell auch in der Lage sein. Die Realität in Deutschland bestehe aber darin, dass Frauen im Durchschnitt 27 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Zudem seien sie überwiegend in Berufen tätig, die schlechter bezahlt würden.

Kritik an Landkreis

„Für Männer werden Anreize geschaffen, damit sie Aufstiegschancen erhalten. Beispielsweise soll das geschehen, um mehr Männer in Kitas zu beschäftigen“, nannte sie ein Beispiel. Auch das im Landkreis Dahme-Spreewald vorgestellte Papier, in dem es darum gehe, wie Bedingungen für Frauen mit Kindern verbessert werden können, um Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen, greife zu kurz. „Wo steht, wie Frauen mit Kindern auch eine Chance bekommen, sich für Führungspositionen zu entwickeln?“, hob sie hervor. Nicht nur diese zwei Aspekte verdeutlichten, dass ein Tag, der die Lebenssituation der Frauen weltweit in den Mittepunkt stellt, nach wie vor aktuell sei und auch in Zukunft notwendig bleiben werde, so Karin Weber. klb