(asd) So kraftvolle Stimmen hört man nicht jeden Tag. Und wenn die Besucher begeistert mitklatschen, lautstark applaudieren, dann muss etwas Außergewöhnliches passiert sein.  Der Schwarzmeer Kosakenchor mit Peter Orloff gastierte am Freitagabend in der evangelischen Kirche in Pretschen (Märkische Heide).

Das Gotteshaus war rappelvoll. Selbst auf der Empore verfolgten Besucher das Konzert. Die Gäste wurden von den stimmgewaltigen Kosaken musikalisch verzaubert. Es sind begnadete Sänger, die mit ihren Stimmen schon ordentlich Alarm machen. Mikrofone brauchen sie nicht. Die Kraft ihres Gesangs ist überall im Gotteshaus hervorragend zu hören. Peter Orloff leitet den Chor musikalisch seit 1993. Er ist der Bekannteste der singenden Kosaken. Der 75-Jährige ist seit Jahrzehnten auch eine große Nummer in der deutschen Schlagerszene. Seine Popularität ist ungebrochen hoch. Das war deutlich auch am Beifall in der Kirche zu spüren.

Peter Orloff nahm das Publikum charmant mit. Er versteht es, Höhepunkte regelrecht zu zelebrieren. Der Sänger betrat als Letzter des Chors die Dorfkirche in der Gemeinde Märkische Heide, schritt lächelt in Richtung Altar, drehte sich zu den Besuchern um und breitete die Arme aus, sagte: „Herzlich willkommen.“ Diese Position nimmt er häufig ein, nämlich immer dann, wenn er kraftvoll singt oder etwas besonders Wichtiges zu verkünden hat.

Peter Orloff baut die Brücke zwischen dem Schwarzmeer Kosakenchor und dem Publikum. Das gelingt ihm eindrucksvoll. Mit einem gesungenen Gebet eröffnen die Sänger das Konzert. Ihre kraftvollen Stimmen gehen sofort unter die Haut. „Fantastisch, einfach wunderbar“, werden zahlreiche Besucher später sagen. Peter Orloff weiß um die Wirkung des Gesangs, empfiehlt dem Publikum deshalb: „Genießen sie genau wie wir jede Sekunde des Konzerts.“

Es ist tatsächlich faszinierend, was die Sänger zelebrieren. Ihre russisch-orthodoxe Kirchenmusik, ihre Volksweisen und Balladen  sprechen die Seele an. „Ich bete an die Macht der Liebe“, fehlte ebenso nicht wie Musik des Gefangenenchors aus der Oper „Nabucco“, das „Ave Maria“ oder das gesungene „Glöckchen“ beispielsweise. Es ist ein außergewöhnliches Geschenk, was die singenden Kosaken den Besuchern mitgebracht haben.

Eine Einbahnstraße war das nicht. „Wir haben hier erneut eine wunderbare Gastfreundschaft erlebt“, sagt Peter Orloff. Er und der Schwarzmeer Kosakenchor waren nach 2017 jetzt zum zweiten Mal in der Dorfkirche in Pretschen zu Gast. Sie wurden erneut von Mitgliedern des Gemeindekirchenrats und fleißigen Helfern hervorragend betreut. Für die Besucher gab es Bratwurst und Getränke während der Pause. Der Heimatverein des Dorfs hat sich darum gekümmert.

Heidrun Kohts, Vorsitzende des Gemeindekirchenrats der evangelischen Hoffnungskirchengemeinde Groß Leuthen und Umland, dankte den Sponsoren und zahlreichen Spendern, die sich für den Erhalt der alten Dorfkirche engagieren. Auch Spenden von früheren Veranstaltungen im Gotteshaus haben dafür gesorgt, dass das hölzerne Wandepitaph saniert werden kann. Die Arbeiten sind im Gange, jedoch noch nicht abgeschlossen. Parallel dazu wird auch die Orgel saniert, wie Heidemarie Weber vom Gemeindekirchenrat sagt. Sie war es auch, die während des Konzerts  ständig um das Wohl der Sänger und der Besucher bemüht war, eigentlich kaum Ruhe fand, den Gesang zu genießen. Und doch war auch sie verzaubert von den außergewöhnlichen Stimmen: „Es war wundervoll.“

Ohne Zugabe ging nichts. Als dann „Kalinka“ erklang, klatschten die Besucher rhythmisch und lautstark mit. Sie waren so von der Musik infiziert, dass sie das letzte Lied des Abends sogar mitsangen. Ein großer Chor mit weit über Hundert Stimmen erklang in der Kirche zu Pretschen: „Guten Abend, gut´ Nacht.“