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Lübben
Kaffeenachmittag mit verschiedenen Kulturen

Das Weltcafe brachte Menschen verschiedener Kulturen am Sonntag in Lübben zusammen. Bei Kaffee und Kuchen gab es interessante Gespräche.
Das Weltcafe brachte Menschen verschiedener Kulturen am Sonntag in Lübben zusammen. Bei Kaffee und Kuchen gab es interessante Gespräche. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Seit zwei Jahren treffen sich Einheimische und Geflüchtete in Lübben.

Die Kinder spielen, die Eltern plaudern. Es gibt Kaffee und Kuchen. Das Weltcafé hat etwas von Familientreffen. Seit zwei Jahren findet das Integrationsprojekt der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde in Lübben statt.

Am Sonntagnachmittag. trafen sich Geflüchtete und Einheimische im Garten des Übergangwohnheims in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. Wicky Zekaj ist Stammgast der Veranstaltung. „Ich komme jedes Mal her, nutze die Treffen, um mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen“, erzählt sie. „Die Atmosphäre hier ist nett. Ich genieße sie und fühle mich fast wie zu Hause.“

Seit drei Jahren lebt die Albanerin in Deutschland. Lübben ist ihr neues Zuhause: „Ich fühle mich wohl, wohne und arbeite hier.“ Auf das Weltcafé verzichten will die junge Frau nicht: „Ich freue mich schon jedes Mal auf die vielen netten Begegnungen.“ Von denen gab es zahlreiche am vergangenen Sonntagnachmittag. Der Kaffeenachmittag brachte unterschiedliche Kulturen zusammen. „Es ist wichtig, dass sich Menschen aus verschiedenen Ländern in lockerer Atmosphäre begegnen können“, sagt Elisa Molla, Sozialarbeiterin im Übergangsheim. „Sie haben die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen, einfach mal ein paar schöne Stunden zu verbringen.“ Afghanen, Syrer, Somalia, Pakistani, Iraner etwa leben derzeit im Übergangswohnheim in Lübben – Menschen aus insgesamt zehn Nationen.

Ines Margraf ist eine Einheimische. Nach ihrem Patenschaftsprojekt unter dem Dach der Diakonie ist sie inzwischen ehrenamtlich tätig: „Ich unterstütze junge Mütter aus Syrien, die wenig Erfahrung im Umgang mit ihren Babys haben. Sie haben niemanden, der ihnen ein paar Tipps gibt, vertrauen ohnehin nur wenigen Personen. Ich helfe gern, denn ich habe selbst erlebt wie es ist, wenn man Unterstützung nötig hat. Und ich habe Verständnis für die Flüchtlinge, denn auch meine Eltern wurden früher aus ihrer Heimat vertrieben.“

Elisa Molla würde sich gern mehr Menschen wie Ines Margraf wünschen. „Es wäre schön, wenn noch viel mehr Einheimische in Kontakt mit Geflüchteten kommen würden“, sagt die Sozialarbeiterin.