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Kängurus erobern Spreewald

Wer huscht denn da vorbei – Adam oder Eva? Für die beiden jungen Bennett-Kängurus ist die Anlage neben dem Spielplatz in Alt Zauche angelegt worden, direkt an der Lernwerkstatt "Spreewälder Holzwürmer". Die Schüler haben diese Namen für die Tiere ausgesucht, weil sie als erste hier vielleicht auch für Känguru-Nachwuchs in einem weiteren Spreewaldort sorgen werden.
Wer huscht denn da vorbei – Adam oder Eva? Für die beiden jungen Bennett-Kängurus ist die Anlage neben dem Spielplatz in Alt Zauche angelegt worden, direkt an der Lernwerkstatt "Spreewälder Holzwürmer". Die Schüler haben diese Namen für die Tiere ausgesucht, weil sie als erste hier vielleicht auch für Känguru-Nachwuchs in einem weiteren Spreewaldort sorgen werden. FOTO: Hoberg
Alt Zauche-Wußwerk. Adam und Eva fühlen sich in ihrem neuen Zuhause in Alt Zauche wohl und beobachten genau, was da passiert. Anja und Szymon von der Lernwerkstatt "Spreewälder Holzwürmer" sind gerade noch dabei, die Namensschilder der beiden Bennett-Kängurus anzuschrauben, da kommen schon die ersten Besucher. Ingrid Hoberg

Viele sind neugierig auf die beiden Neu-Bewohner des Dorfes, unter ihnen auch Gäste der ASB-Tagespflege Lübben und Anwohner wie Nachbarin Helga Ziemainz.

Schon tags zuvor hatten die Tiere den Umzug vom Ferienhaus- und Campingpark "Ludwig Leichhardt" Zaue am Schwielochsee gut überstanden. "Wir wollten ihnen nicht zu viel Stress am ersten Tag zumuten", sagt Jana Lopper, Geschäftsführerin der Schwielochsee Tourist GmbH. Auf dem Gelände des Ferienparks fühlen sich schon seit 2012 Kängurus wohl. Jack und Jill kamen aus dem Cottbuser Tierpark, der als Kooperationspartner die Betreuung der Tiere begleitet. "2014 hatten die beiden ihren ersten Nachwuchs. Der australische Botschafter David Ritchie taufte das Junge auf den Namen Jimba", erzählt sie. So wird die Verbindung zum Namensgeber Ludwig Leichhardt und Australien weiter gepflegt.

"Wir sehen uns als Spreewaldgemeinde auch als Teil des Leichhardt-Landes", sagt Bürgermeister Jens Martin. Als nun der Platz für die wieder gewachsene Familie der Bennett-Kängurus in Zaue zu klein wurde, fand die Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk schnell eine Lösung. "Wir haben einen Teil vom Gemeindespielplatz abgeteilt", erklärt er. Gemeinsam mit den fleißigen Helfern von der Lernwerkstatt sorgte Gemeindearbeiter Michael Kommol dafür, dass der Plan bald umgesetzt war.

In einer Kooperationsvereinbarung ist nun festgelegt worden, dass die Lernwerkstatt die Pflege und Fütterung der Tiere im Gehege an den Schultagen übernimmt, die Schwielochsee Tourist GmbH ist für die Lieferung von Futter zuständig, die Gemeinde trägt Futter- und Tierarztkosten, sorgt für die Versorgung von Adam und Eva an schulfreien Tagen, in den Ferien.

Wie wichtig solch ein Projekt für die Entwicklung der sozialen Kompetenz der Schüler ist, betont Sven Meier vom ASB als Träger des Hauses. Amtsdirektor Bernd Boschan hat nicht nur einen Korb mit frischen Leckereien für Adam und Eva dabei, er verweist als Vorsitzender des Ludwig-Leichhardt-Arbeitskreises darauf, dass auf Wunsch Kontakte zu australischen Schulen geknüpft werden können.

Zum Thema:
An der Ludwig-Leichhardt-Oberschule Goyatz wird am Montag, 25. September,ab 18 Uhr das Projekt "Sydney" von der Idee bis zur Fertigstellung präsentiert. Auf der Internetseite aquarium-ag-goyatz.de/ gibt es weitere Informationen. Mit diesem Projekt bewerben sich die Schüler wieder für den Ludwig-Leichhardt-Preis.