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Kälber genießen Freilauf bei Minusgraden

Auch im Winter sind die Mutterkühe, Kälbchen und Bullen der Lübbener Muri GmbH draußen. Die Rasse kann das ganze Jahr draußen verbringen. Foto: Anne Guckland
Auch im Winter sind die Mutterkühe, Kälbchen und Bullen der Lübbener Muri GmbH draußen. Die Rasse kann das ganze Jahr draußen verbringen. Foto: Anne Guckland FOTO: Anne Guckland
Lübben. Es ist bitterkalt. Bei den derzeitigen Minusgraden ist jeder Gang vor die Tür nur mit der richtigen Bekleidung ein Vergnügen. Anne Guckland

Die Minusgrade scheinen die Mutterkühe, Kälber und Bullen auf dem Gelände der Muri GmbH in Lübben überhaupt nicht zu bemerken. In ihrer gewohnten Ruhe kauen die Rinder ihr Futter oder saufen aus speziellen Tränken. Sie sorgen dafür, dass das Wasser auch bei zweistelligen Minusgraden nicht gefriert.

"Die Kälte macht den Tieren nichts aus", sagt Landwirt Jürgen Piesker. Der Geschäftsführer der Muri GmbH muss es wissen. Seit über zehn Jahren ist er Öko-Landbauer. Er hält besondere Richtlinien ein. So darf zum Beispiel ein Rind nicht weniger als einen Hektar Land Platz haben. Zu fressen bekommen seine 600 Kühe nur ökologisches Futter. Genügend Auslauf ist selbstverständlich.

Dass die Tiere auch im Winter vor allem draußen sind, stört sie nicht, erklärt seine Frau Monika Piesker. "Wir haben hier eine robuste Rasse für eine ganzjährige Freilandhaltung, sie nennt sich Fleckvieh. Die Rinder haben eine gute Konstitution und ein dickeres Fell. Zum Unterstellen genügt ihnen ein natürlicher Schutz, wie zum Beispiel Bäume", sagt Monika Piesker.

Auf dem Gelände des Rinderzuchtbetriebes sind im Moment alle 600 Kühe und zwölf Bullen im Winterquartier. Insgesamt gibt es zehn Herden, jede Herde hat ihren eigenen, abgegrenzten Bereich. Besonders ist, dass die Mutterkühe das ganze Jahr über Kälber gebären. In jeder Herde sind die Kühe etwa zur selben Zeit trächtig. Manche Kälber kommen im Sommer, auf einer der Weiden zur Welt, andere jetzt gerade. "Die Herde, in der gerade die Kälber zur Welt kommen, ist im Moment auf einer Fläche neben einem Stall untergebracht. Dort bekommen frischgeborene Jungtiere mit der Mutterkuh ein extra Abteil, um sich aneinander zu gewöhnen", erklärt der 55-jährige Agraringenieur.

Schon wenige Tage nach der Geburt flitzen die Kälber dann vergnügt durch die Anlagen, etwa drei Monate lang trinken sie die Milch ihrer Mutter. Die Kälte kann ihnen nichts anhaben. "Wichtig ist, dass die Tiere immer genug Wasser bekommen. Das überprüfen wir gerade frühmorgens zuerst, bevor wir nach den Kälbern sehen", sagt Jürgen Piesker. Bis zu einem Alter von acht Monaten bleiben die Kälber in Lübben. Dann wird ein Großteil verkauft, die anderen Kälber werden für die Zucht behalten.