Sechs Wochen war das "La Casa" geschlossen - nun hat es wieder geöffnet und überrascht die Gäste mit einem neuen Ambiente. Der große, sieben Meter lange Tresen - bisher der Blickfang der Bar - ist nicht mehr zu finden. "Das bedauern vielleicht manche, aber wir haben durch die Umgestaltung nicht nur einen anderen Stil hineingebracht, sondern auch mehr Platz gewonnen", sagt Andreas Biedenweg. Insgesamt 70 Gäste können jetzt bewirtet werden. Und diese Kapazität werde auch gebraucht. "An den Wochenenden sind wir oft ausgebucht, können nicht alle Wünsche erfüllen", erklärt er. Und auch für Feiern, von Familie bis Betrieb, steht jetzt mehr Platz zur Verfügung.

Andreas Biedenweg ist zufrieden mit der Umgestaltung, an der viele mitgewirkt haben. "Es sind die Ideen vom ganzen Team eingeflossen. Wir hatten sie im Kopf, die Tischlerei hat sie aufs Papier gebracht und umgesetzt", sagt er, froh über die gute Zusammenarbeit mit der Möbelwerkstatt Spreewald aus Neu Zauche wie auch den anderen Gewerken. So gab es für die beteiligten Handwerker schon einen Tag vor der offiziellen Wiedereröffnung ein kleines Fest.

Das gute Miteinander ist Andreas Biedenweg wichtig, darauf setzt er seit seiner beruflichen Selbstständigkeit. "Ich wollte mich schon immer selbstständig machen", erzählt der 32-Jährige. In Finsterwalde hatte seine Mutter eine Gaststätte und er lernte das Geschäft schon als Kind kennen. Dass es mit der Koch-Lehre in seiner Heimatstadt dann nicht geklappt hat, sieht er im Nachhinein sogar als Vorteil an. In Ludwigsburg, im Stuttgarter Raum, lernte er die französische und mediterrane Küche kennen - heute profitiert er bei der Gestaltung einer abwechslungsreichen Speisekarte davon. Als er 2004 in die Lausitz zurückkehrte und doch nicht zur See fuhr oder nach Italien gegangen war, suchte Ingrid Lange gerade für ihr Haus einen Koch, der auch Pasta und Flammkuchen selbst machen konnte. "Sie hat etwas gewagt, als sie mir als Jung-Koch diese Chance gab", sagt Andreas Biedenweg. Seit drei Jahren ist er der Pächter der Gaststätte, die er in bewährter Weise weiterführte. Nun will er den Restaurantcharakter ausbauen, ohne die Bar-Atmosphäre abends abzuschaffen. Mit einem neuen, modernen Beleuchtungskonzept im Gastraum wird das unterstrichen. Und der Blick auf die beleuchtete Paul-Gerhardt-Kirche ist einmalig.

Wenn Andreas Biedenweg einen Rat braucht, dann kann er Ingrid Lange immer noch fragen. Doch auch zu anderen Gastronomen der Innenstadt hat er einen guten Draht. Das ist ihm wichtig. "Die Älteren geben ihre Erfahrungen weiter, wir helfen uns auch mal beim Personal aus ", erzählt er. Seine Mitarbeiter, vier im Service und vier in der Küche, sind unbefristet angestellt. Außerdem bildet er zwei Koch-Lehrlinge aus. Während er in der Küche Regie führt, ist seine Frau Saskia im Service die Chefin. Gutes Personal zu halten, gelinge ihm nicht nur dank der Touristen, die in der Saison im "La Casa" einkehren. Auch Lübbener und Gäste aus der Region sind wichtig. "Deshalb gibt es bei mir keine Saisonpreise, ich halte sie zwölf Monate konstant", erklärt er. Beliebt sind die Themenabende jeweils am letzten Donnerstag im Monat, zu denen nicht nur die ländertypische Küche geboten wird. "Von der Speisekarte über die Dekoration bis zur Kleidung der Service-Kräfte wird alles darauf abgestimmt", erklärt er. "Die Gäste sollen sich so fühlen, als wären sie in diesem Land."

Doch nicht nur zu solchen Events geht es kreativ zu in der Küche. Entsprechend der Nachfrage werden vegetarische Gerichte angeboten - das kann auch ein Burger sein - und bei Nachfrage kann eine vegane Variante zubereitet werden. "Das können wir, weil wir jeden Tag frisch kochen", sagt Andreas Biedenweg. "Wir sind ein kleiner Laden, der gern die Gäste zufriedenstellt."

Das "La Casa" bietet eine frische, mediterrane Küche. Weitere Informationen unter www.restaurant-la-casa.de und auf facebook.