Von Steven Wiesner

Eigentlich war es ja als 48-Stunden-Aktion angedacht. „Wir haben aber länger gebraucht“, sagt Ronny Meehs, der Ortsvorsteher von Caminchen. „Wir hätten mal mitzählen sollen.“ Teilweise bis in die Mitternachtsstunden haben die Jugendlichen zusammen mit Eltern und dem Ortsbeirat ihren Jugendclub aufgehübscht. Fußboden raus, Decke raus, Tapeten runter, alles neu verlegt, die Treppen neu hergerichtet – der Arbeitseinsatz kam schon einer Kernsanierung gleich. „Wir haben richtig viel gemacht, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen“, so Meehs.

Im September ging der Einsatz über die Bühne. Zwei Monate später gab es nun noch eine große Belohnung für die Schweißperlen. Denn Thomas Drescher, Brandenburgs Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport, überreichte den Jugendlichen am Dienstag eine Finanzspritze in Höhe von 2335 Euro. Das Ministerium hat sein neues Förderprogramm „Jugendräume im ländlichen Raum“ im Mai dieses Jahres eingeführt, das insgesamt eine halbe Million Euro zur Verfügung stellt. Mit dem Geld sollen Einrichtungen jenseits der Urbanität gestärkt werden, „denn Jugendclubs gibt es heutzutage leider nicht mehr so häufig in den Dörfern“, erkennt auch Drescher. „Da der Haushalt in vielen Ämtern und Kommunen knirsch ist, haben wir dieses Förderprogramm entworfen.“ Und der Bedarf ist groß. „Es läuft wie in der Großbäckerei“, sagt Drescher. „Ich kriege täglich Anfragen von Kommunen, die sich für Zuwendungen bewerben.“

Das hatte unlängst auch das Amt Lieberose/Oberspreewald getan, denn nach der kostspieligen Eigeninitiative war kein Geld mehr da für eine neue Innenausstattung. „Es war alles schon sehr abgewohnt“, sagt Ronny Meehs, der immer ein Auge auf das Objekt und die 15 Jugendlichen im Alter von 16 bis 25 Jahren wirft, damit alles in geordneten Bahnen verläuft. Durch das neue Geld können nun ausgediente Fundstücke, die eher an Sperrmüll als an eine Couchgarnitur erinnert haben, ausgetauscht und durch hochwertige Möbel ersetzt werden.

Thomas Drescher weiß um die Bedeutsamkeit solcher Clubs wie dem in Caminchen, der seit den frühen 2000er-Jahren als Anlaufstelle für den Nachwuchs dient, wo sie Geburtstage und Silvester feiern können. „So ein Gebäude ist ein kleiner Schatz“, sagt der Staatssekretär. „In so einem Treffpunkt haben die Jugendlichen physische Freunde und nicht nur digitale Follower im Internet.“ Drescher: „Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Einweihungsparty.“

Auch dem Jugendclub Waldow in der Gemeinde Schönwald stattete Staatssekretär Drescher einen Besuch ab. Zur Sanierung sanitärer Anlagen überreichte Drescher dem Jugendclub hier sogar die Maximalförderung in Höhe von 10 000 Euro.