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| 13:49 Uhr

Klassiker der Region
Johannismarkt bleibt ein Renner zwischen Tradition und Brauchtum

Die Trachtengruppe Straupitz begeisterte mit Tänzen der Region. Zahlreiche Besucher kamen am Wochenende nach Straupitz.
Die Trachtengruppe Straupitz begeisterte mit Tänzen der Region. Zahlreiche Besucher kamen am Wochenende nach Straupitz. FOTO: Andreas Staindl
Straupitz. Gezieltere Werbung für die Veranstaltung auch in Sachsen führt zu großer Resonanz. Von Andreas Staindl

Der Spreewälder Johannismarkt in Straupitz (Lieberose-Oberspreewald) bleibt ein Renner. Zahlreiche Besucher haben das Fest am Wochenende besucht. Sie kamen aus verschiedenen Bundesländern. „Wir haben ganz gezielt auch in anderen Regionen geworben, etwa in Sachsen“, erzählt der Organisationschef Olaf Döbel von „Spreewald Promotion“. Der Plan ging auf, was unschwer an den Kennzeichen der Autos zu erkennen war.

Die Idee selbst, Traditionen und Brauchtum in den Mittelpunkt zu stellen, hat ohnehin gezündet. Olaf Döbel hatte den „größten regionalen Traditionsmarkt“ versprochen – und recht behalten. Zwei Tage lang wurde die 25. Auflage gefeiert. Vor allem regionale Künstler und Akteure gestalteten das Programm. Sie erwiesen sich als hervorragende Botschafter des Spreewalds. „Die Texte der Lieder erzählen von der Region“, sagt der Sachse Uwe Bartel. „Genau das will ich ja hören, wenn ich Feste hier besuche. Schön, dass meine Erwartungen erfüllt wurden.“

Olaf Döbel hatte musikalische Leuchttürme der Lagunenlandschaft verpflichtet. In den Liedern von Lothar & Klaus, aber auch des singenden Spreewaldwirts „Günni“, ist die Liebe zu ihrer Heimat, dem Spreewald, zu spüren. Zahlreiche Texte sind inzwischen so bekannt, dass sie auch von Gästen aus anderen Regionen mitgesungen werden. Am Wochenende in Straupitz war das der Fall. Im Festzelt wurde gesungen und geschunkelt, auf der Holzfläche davor getanzt.

Der Spreewald ist ansteckend, ist Festtag auch für den Gaumen, denn auch kulinarisch präsentierte sich die Region von ihrer besten Seite. Leckere Hefeplinse, ein frisches Quarkbällchen oder lieber etwas Deftiges vom Grill? Vereine des Orts und der Nachbarschaft gestalteten das Fest mit. Der Freundeskreis Kornspeicher etwa machte mit alten Flaschen aufmerksam, die an einem Holzpfahl angebunden waren und nach dem Gegenschlagen interessante Töne preisgaben. „Eine nette Idee“, sagte ein älterer Herr und versuchte sich gleich nochmal als Musiker.

Auch am Stand der Trachtengruppe Nowa Niewa aus dem benachbarten Neu Zauche drängten sich immer wieder Besucher, um Traditionen und Brauchtum des Spreewalds zu erleben, zumindest vermittelt zu bekommen. Geschickten Händen aus Straupitz konnte man beim Bemalen von Eiern zuschauen. Eine richtig gute Idee ist auch die Ausstellung von Landmaschinen und historischer Feuerwehrtechnik. Wann sieht man schon mal eine alte Handdruckspritze von 1784? Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr in Straupitz hat so ein Exemplar, und noch zahlreiche weitere Technik vergangener Generationen.

Das Bühnenprogramm hält jedem Vergleich mit großen Stadtfesten stand. Stars und Sternchen sorgten für Stimmung und Unterhaltung. Die Trachtengruppe Straupitz machte mit Tänzen Lust auf ihren 20. Geburtstag am 7. Oktober dieses Jahrs. Sie will dann gemeinsam mit den Gästen ein kleines Trachtenfest feiern. Sylvia Orbanz hat darauf aufmerksam gemacht. Für ordentlich Schwung und gute Laune sorgten am Wochenende auch die Niewitzer Blasmusikanten. Auch der Festgottesdienst gehört inzwischen zum Johannismarkt dazu. Der Kahnkorso ist traditionell einer der Höhepunkte des zweitägigen Fests. Liebevoll geschmückte Kähne präsentierten sich den Zuschauen, diesmal unter dem Motto „25 Jahre Kahnkorso“.