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| 18:31 Uhr

Leinöl im Fokus
Jetzt blüht der Öllein im Spreewald zartblau

 Die Leinblüte im Spreewald: Obwohl die Anbauflächen zugenommen haben, ist Leinöl hierzulande (noch) keine Massenware.
Die Leinblüte im Spreewald: Obwohl die Anbauflächen zugenommen haben, ist Leinöl hierzulande (noch) keine Massenware. FOTO: Traube / Andreas Traube,Luebben
Lübben. Feldbesuch mit Leinanbauern und Ölmüllern zum Thema Leinöl in dieser Woche am Donnerstag. Von red/rdh

Seit Hunderten von Jahren wird im Spreewald Flachs angebaut und zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet. Das wohl bekannteste unter ihnen ist frisch gepresstes Spreewälder Leinöl. Auf rund 210 Hektar Ackerfläche wächst in diesem Jahr im Spreewald Öllein. Darüber informiert der Spreewaldverein.

Das ist etwas weniger als im Vorjahr, welches durch eine starke Trockenheit im Vegetationsverlauf des Leines gekennzeichnet war. Im Ergebnis fiel die Ernte an Leinsamen deutlich niedriger als erwartet aus. Fünf Spreewälder Landwirte verhelfen dem Lein zu seiner Renaissance. So verwandeln sich im Spreewald alljährlich im Frühsommer Felder in Meere aus zartblauen Blüten.

Am Donnerstag, 13. Juni, treffen sich Anbauer und Verarbeiter des Ölleins mit Medienvertretern zum bereits traditionellen Medientermin während der Blütezeit an einem Leinfeld zwischen dem Bahnhof Börnichen und Schlepzig. Die Agrargenossenschaft „Unterspreewald“ aus Dürrenhofe als Gastgeber, baut in diesem Jahr auf einer Fläche von rund 30 Hektar Öllein an. Vor dem Feldbesuch bekommen die Teilnehmer die Gelegenheit, Leinöl-Kostproben von Spreewälder Ölmühlen zu verkosten.

Lein hat eine relativ kurze Vegetationszeit. In der Regel vergehen nur 120 bis 125 Tage zwischen Aussaat und Ernte. Erfahrene Landwirte sehen auf den ersten Blick, ob der Lein reif ist: die Blüten sind verschwunden; die Pflanze beginnt, sich braun und gelb zu verfärben. Schüttelt man die Leinkapsel, kann man darin die Samen leise rascheln hören. Mit modernen Messmethoden kann der Landwirt den Feuchtigkeitsgehalt der Samen prüfen. Liegt dieser unter neun Prozent, kann die Ernte beginnen. Sie erfolgt mit einem speziell eingerichteten Mähdrescher. Danach erfolgt die Reinigung der Körner. Nach der Reinigung werden die aufbereiteten Leinsamen zum Pressen an die Ölmühlen geliefert.

Auch wenn die Anbauflächen in den vergangenen Jahren zugenommen haben, ist Spreewälder Leinöl keine Massenware, denn der Ertrag liegt lediglich bei etwa einer Tonne pro Hektar. In jeder Flasche befindet sich also ein kleiner Schatz aus dem Spreewald. Aus diesem Grund bezeichnen die Spreewälder ihr Leinöl auch als „blaues Gold“.

Das Spreewälder Leinöl wird traditionell in zwei unterschiedlichen Verfahren gewonnen: Entweder mit einer Schneckenpresse oder mit einer Stempelpresse. In beiden Fällen werden die Samen nach vorherigem Aufbrechen unter hohem Druck zusammengepresst. Durch diese schonende, rein mechanische Behandlung, bleiben die wichtigen Inhaltsstoffe, vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, erhalten.

Kaltgepresstes Leinöl ist goldgelb, warm gepresstes Öl gelblich-braun. Raffiniertes Leinöl hat eine hell- bis goldgelbe Farbe. Das Öl riecht würzig nach Heu, wird als krautig bis dumpf und leicht röstig beschrieben und kann eine fischige Note aufweisen. Frisch schmeckt das Produkt leicht nussig und heuartig, nach Lagerung wird es bitter und ranzig. Weitere Informationen unter http://gutes-spreewald.de/gutes-aus-dem-spreewald/leinoel

 Die Leinblüte im Spreewald: Obwohl die Anbauflächen zugenommen haben, ist Leinöl hierzulande (noch) keine Massenware.
Die Leinblüte im Spreewald: Obwohl die Anbauflächen zugenommen haben, ist Leinöl hierzulande (noch) keine Massenware. FOTO: Traube / Andreas Traube,Luebben