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Lübben
Jahn-Schüler aus Lübben lösen Wettbewerbspreis ein

Elias hat sich für ein E auf seinem Stoffbeutel entschieden, druckt jetzt noch Motive drum herum. Die Modesignerin Sarah Gwiszcz (r.) unterstützt ihn dabei, die Hortnerin Carolin Otto schaut zu.
Elias hat sich für ein E auf seinem Stoffbeutel entschieden, druckt jetzt noch Motive drum herum. Die Modesignerin Sarah Gwiszcz (r.) unterstützt ihn dabei, die Hortnerin Carolin Otto schaut zu. FOTO: Staindl / Staindl Andreas
Lübben. Lübbenauer Modedesignerin unterstützt die Kinder. Sie gestalten Stoffbeutel nach ihren eigenen Ideen.

Mädchen und Jungen der Klasse 3a der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule in Lübben haben ihren Wettbewerbspreis eingelöst. Sie durften Stoffbeutel kreativ gestalten. Den Workshop hatten sie als einer der Sieger des Wettbewerbs „Die Sorben spinnen! Serby psedu!“ gewonnen, den der Landkreis Dahme-Spreewald ausgeschrieben hatte. Die Siegerehrung fand kurz vor den vergangenen Sommerferien statt. Während es für die größeren Teilnehmer Rucksäcke aus der Kollektion der Modedesignerin Sarah Gwiszcz gab, durften sich die Jahn-Schüler auf einen Kreativworkshop mit der Designerin freuen. Der Workshop fand schließlich kurz vor den diesjährigen Weihnachtsferien in den Horträumen der Grundschule in Lübben-Ost statt.

Jedes Kind durfte einen dunkelblauen Stoffbeutel nach eigener Vorstellung gestalten. Sarah Gwiszcz half den Drittklässlern beim Drucken der Motive, ließ ihnen jedoch weitgehend freie Hand. „Die Kinder sollen die Chance haben, ihre Kreativität frei zu entfalten“, sagt die Modedesignerin. „So wie die Mädchen und Jungen ihren Beutel gestalten, ist es gut.“

Verschiedene Textildruckmotive wurden von den Kindern mit Stoffmotiven kombiniert. Julia hat sich für ein großes Herz in der Mitte ihres Beutels entschieden. „Ich mache noch Glitzer rum“, sagt das Mädchen. Die Drittklässlerin ist zufrieden mit ihrem Beutel: „Er sieht schön aus. Ich werde ihn für Wandertage und Projekttage nutzen.“ Tabea kann sich vorstellen, den Stoffbeutel „mit in den Urlaub oder für Aktivitäten in der Freizeit zu nehmen“. Auch sie hat sich für ein Herz entschieden, das von verschiedenen Druckmotiven umgeben ist.

Elias hat statt eines Herzes ein großes E aufbügeln lassen. „Das E steht für meinen Vornamen“, erklärt der Junge. Karen Ascher hatte das Aufbügeln der Stoffmotive übernommen. Die Künstlerin aus Lübben ist die Projekt-Patin der Klasse 3a der Jahn-Grundschule. Sie hatte die Mädchen und Jungen während der Herstellung des Wettbewerbsbeitrags unterstützt. Das Deutsch-Sorbische Memory-Spiel überzeugte schließlich die Jury. Jedes Kind hatte mindestens ein Memory-Bild gestaltet. Das Projekt wirkt offenbar nachhaltig. „Wir nutzen das Spiel im Hort“, erzählt die Erzieherin Carolin Otto. Zudem wird das Memory-Spiel etwa in touristischen Einrichtungen verkauft wie Karen Ascher sagt: „Unsere Klassenkasse ist schon gut gefüllt.“

Die Klassenleiterin Marion Krüger ist vom Projekt und vom Workshop begeistert. „Da sind richtig schicke Motive auf den Stoffbeuteln entstanden, die ich einigen Kindern nicht zugetraut habe“, sagt sie. Auch Carsten Saß (CDU) hat sich von der Einlösung des Wettbewerbspreises überzeugt. Der Bildungsdezernent des Landkreises Dahme-Spreewald hofft, dass „das Projekt nachhaltig wirkt“.

Idee des Wettbewerbs ist es, die niedersorbisch/wendische Sprache und Kultur zu fördern. Der Landkreis arbeitet dabei eng mit dem Domowina-Bund Lausitzer Sorben und dem Witaj-Sprachzentrum in Cottbus zusammen. Die Houwald-Grundschule in Straupitz (Lieberose-Oberspreewald), ein Verbund aus Schülern der Kreismusikschule und des Gymnasiums, sowie die damalige Klasse 2a der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule in Lübben hatten sich an der vergangenen Auflage beteiligt. Insgesamt waren mehr als hundert Kinder und Jugendliche dabei. Der Wettbewerb soll alle zwei Jahre ausgeschrieben werden, wie Carsten Saß sagt.