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| 02:53 Uhr

Ist der Südgraben in Altdöbern ein Fluch oder Segen?

Altdöbern. Vier Altdöberner Bürger lauschten im Mai 2007 den Ausführungen von Martina Möller zum Grundwasserwiederanstieg im Raum Altdöbern. Inzwischen ist das Interesse spürbar gestiegen. Dienstagabend informierte die Mitarbeiterin der LMBV zum Stand der Grundwasserabwehr – dieses Mal vor rund 100 Gästen. Uwe Hegewald / uhd1

Wie die LMBV-Planungsleiterin berichtete, führe an dem Bau des Südgrabens kein Weg vorbei. "Dieser soll das Wasser, das aus dem Niederlausitzer Grenzwall in die Ortslage drückt, auffangen und über das Chransdorfer Fließ geordnet ableiten", erklärte Martina Möller. Ohne wirksame Grundwassergefahrenabwehr wären in Altdöbern 448 Gebäude gefährdet, davon 250 Wohngebäude.

Das hätten Studien ergeben, bei denen ein Prognosewasserstand ermittelt wurde, zuzüglich eines Differenzbetrages von 80 Zentimeter und weiteren 30 Zentimeter, um Kapillarwirkungen auszuschließen. "Der benachbarte Altdöberner See hat keine Auswirkungen auf Ort und Südgraben", betonte Martina Möller und rief in Erinnerung, dass die LMBV nicht zum Bau des Grabens verpflichtet sei.

Im Gegensatz zum permanenten Abpumpen würde mit dem Bau des Südgrabens eine dauerhafte und kostenverträgliche Lösung der Grundwasserproblematik erreicht. "Das Projekt setzt jedoch den Ausbau des Chransdorfer Fließes voraus", so Martina Möller. Betroffen zeigten sich Teilnehmer der Info-Veranstaltung, dass etwa fünf Hektar Wald gerodet werden müssen und der Graben auch Auswirkungen auf die Altdöberner Teichlandschaft nach sich ziehe.

Ein positiver Aspekt des Vorhabens: Das Grundwasser drücke aus Schichten in den Graben, die keine Eisenhydroxid-Belastungen hervorrufen sollten.

Die LMBV-Planungsleiterin würdigte die Dialogbereitschaft der Gemeinde, des Amtes, der Bürgerinitiative und der Einwohner. Für Fragen stehe die LMBV oder die vermittelnde Bürgerinitiative zur Verfügung.

Zum Thema:
Nach Abholzung soll 2015 mit dem Bau des Südgrabens begonnen werden. Geklärt werden müsse die spätere Widmung und Übernahme des Objektes. Nach jetzigen Schätzungen geht die LMBV von jährlichen Unterhaltungskosten von 35 000 bis 45 000 Euro aus. Trotz Grabenbaus seien weitere 17 Einzelhaussicherungen erforderlich. In diesem Jahr wurde mit dem ersten Objekt begonnen