Von Ingvil Schirling

Abtauchen fast wie in den Ozean, rechts und links sanft wogende Korallen wie ein lebender Organismus, eingetaucht in blaues Licht – ein Besuch in der Korallenstube von Jane und Michael Walter im Oberspreewald ist ganz anders als alles, was man in der grünen Fließlandschaft erwarten würde. Aus einem langjährigen Hobby wurde vor fünf Jahren ein Teilzeit-Angebot mit internationaler Vernetzung. Vor allem Michael Walter hat sich ein tiefes Detailwissen rund um Aquarien, Korallen, Fische und dazugehörige Lebewesen angeeignet. Oberstes Gebot hat für ihn der Tierschutz. Einerseits hat sich die Korallenzucht so ergeben – andererseits trägt sie dazu bei, wilde Vorkommen zu schützen.

„Da hab ich mich gleich verliebt“

Der ursprüngliche Impuls kam von Jane Walter, die ein Süßwasseraquarium hatte. Der Idee, etwas mit Salzwasser zu machen, folgte ein Besuch in einem großen Zooladen in Duisburg. „Da hab ich mich gleich verliebt“, sagt Jane Walter. Ihr Mann Michael beschloss daraufhin, „sich mal schlau zu machen“. Jahre später stehen große Becken in einem Nebengebäude ihres Gehöfts. Grundlage ist eine große Expertise darin, wie die Organismen optimal wachsen und, wenn nötig, möglichst schonend bewegt werden. Zum Dank vermehren sich einige so gut, dass sie auch schon ungeplant Ecken an der Glaswand besetzt haben.

Von manchen kann man sich nicht trennen

90 bis 95 Prozent eigene Korallennachzucht haben Jane und Michael Walter daher mittlerweile und sich bis ins kleinste Detail Gedanken gemacht, wie diese weitergegeben werden kann: im eigenen Wasser, mit Hilfe von Styropor ständig frei schwimmend und über Nacht transportiert, damit selbst der Rhythmus nicht durcheinander kommt. Wobei – von manchen Exemplaren trennen sich die beiden nicht oder nur ungern. Die sanften Bewegungen zu beobachten, ihr Wachstum zu begleiten, das gibt ihnen einiges zurück – vor allem aber das Wissen, dass für jede Koralle aus dem heimischen Aquarium keine ihrer wilden Schwestern aus der Natur entnommen werden muss.