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Innovationen sind Beate Seewalds Leben

Beate Seewald ist die erste Trägerin der Lübbener Stadtmedaille. Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) zeichnete sie während des Sommerfestes, zu dem er auf Schloss Neuhaus geladen hatte, aus. „Ihr Name ist untrennbar verbunden mit dem Bau des Reha-Zentrums“ , sagte er. Das habe sich zu einer modernen Klinik entwickelt „und war die Tür für den Titel Erholungsort“ . Von Dörte Hellwig

Bretterbauer beschrieb in seiner Laudatio Beate Seewald als eine Frau „mit dem Mut, ungewöhnliche Wege zu beschreiten und gegen alle Schwierigkeiten die Ideen umzusetzen, von denen sie glaubt, dass sie gut und richtig sind“ . Mit ihrer starken Persönlichkeit habe sie während des „steinigen, langen Wegs“ bis hin zur Grundsteinlegung für das Reha-Zentrum am 1. April 1996 bei vielen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Stellen Sie sich vor“ , erinnerte Bretterbauer, „da kommt eine zierliche Person von gerade mal 30 Jahren aus dem Westen des Landes in unsere kleine Stadt und will hier in der ruhigen, geschützten Gegend eine große Klinik bauen“ . Die Energie und Willenskraft, mit der sie dieses Vorhaben angegangen sei, sei manchem „vorsichtig ausgedrückt, ungewöhnlich erschienen“ , so der Bürgermeister.
Zwar sei klar gewesen, dass Lübben Arbeitsplätze brauche. „Andererseits mussten wir darauf achten, dass der Spreewald keinen Schaden nimmt.“ Und Beate Seewald habe sich gerade einen sehr sensiblen Bereich im Lübbener Osten für die Realisierung ihrer Idee ausgewählt gehabt. In diesen füge sich die Klinik nun architektonisch gut ein. Sie habe sich zu einer modernen medizinischen Einrichtung entwickelt mit einem kompetenten, motivierten Personal, das sich mit dem Zentrum identifiziere. Dessen „hervorragender Ruf wirkt sich auf das Image der Stadt aus“ , sagte Bretterbauer.
Recht behalten habe Beate Seewald auch damit, dass Lübben mit dem Reha-Zentrum und vielen weiteren Anstrengungen staatlich anerkannter Erholungsort werden könnte.
„Innovationen sind für mich das Leben“ , sagte Beate Seewald. Sie freue sich, dass der zweite Teil ihrer Vision - Lübben als Gesundheitsstandort - Gestalt annehme und während des Sommerfestes „zelebriert“ werde. Denn auf dem Neuhaus-Gelände präsentierten sich die drei Lübbener Kliniken. „Das Ambiente, der ganze Rahmen mit der Darstellung des Gesundheitswesens und vor allen Dingen auch den Künstlern waren Klasse“ , sagte Beate Seewald später. „Auch deshalb war es eine tolle Ehrung.“ Diese gebühre nicht ihr allein, sondern ebenso ihren Partnern und Mitarbeitern.
Mit diesen hat sie ein Unternehmen aufgebaut, dass mehrfach für seine Familienfreundlichkeit ausgezeichnet wurde. Denn dass sie Anfang der 90er-Jahre in den Spreewald gekommen sei, habe auch damit zu tun gehabt, „dass ich mich als Frau, die unternehmerisch tätig ist, hier viel freier bewegen konnte“ , sagt Beate Seewald und verweist unter anderem auf die unterschiedliche Kinderbetreuung in Bayern und Brandenburg. Daher sei es für sie nur konsequent gewesen, einen familienfreundlichen Betrieb aufzubauen. Das beschere dem Reha-Zentrum mittlerweile einen „ungeheuren Marketingvorteil“ , so Beate Seewald.
Von 1993 bis 2002 war ihre Aufgabe als geschäftsführende Gesellschafterin des Reha-Zentrums die Gründung des Unternehmens mit 240 Betten und 140 Mitarbeitern. Seit 2004 obliegt ihr in dieser Fachklinik für Orthopädie und Onkologie die strategische Unternehmensentwicklung. „Ich bin nicht mehr in die Routine eingebunden, habe den Kopf frei, um Ideen zu entwickeln“ , erklärt sie. Dabei gehe es unter anderem um den Ausbau der Wahlleistungen und des Präventionsangebotes. Damit wolle man sich auch an die Begleiter der Patienten wenden. „Durch die Pflege ihrer Angehörigen haben sie ein erhöhtes Gesundheitsrisiko“ , erklärt Beate Seewald. So seien Offerten als Pakete entwickelt worden, aus denen sich die Begleiter ebenso wie Urlauber, die in der Region sind, präventive Leistungen individuell zusammenstellen können.
Sie selbst sucht Entspannung unter anderem in ihrem Garten an der Groß Leiner Mühle. Dabei versuche sie, „schon ertragsorientiert“ zu arbeiten, erzählt sie lachend von ihrem Hobby, der Gartenarbeit. Zu ihren Vorlieben in der Freizeit würden zudem Bücher und Kunst gehören. Beate Seewald ist verheiratet und Mutter von drei Kindern, von denen zwei bereits studieren.