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Streit um die Trassenführung
Initiative nennt Umgehungsplanung „rechtswidrig“

Gegner der geplanten Umgehungstrasse hatten schon im Sommer auf den
Wegfall wichtiger Wege aufmerksam gemacht, nun per Petition.
Gegner der geplanten Umgehungstrasse hatten schon im Sommer auf den Wegfall wichtiger Wege aufmerksam gemacht, nun per Petition. FOTO: ingvil Schirling
Lübben. Stadtverordnete antworten auf Petition aus Treppendorf. Die vorgesehene Kappung zweier Wege trifft auf heftigen Widerstand.

Mit zwei Enthaltungen haben die Lübbener Stadtverordneten ein Antwortschreiben auf die Petition der Bürgerinitiative Treppendorf verabschiedet, mit dem sie sich zumindest einen kleinen Schritt auf diese zu bewegen. „Auch für die Stadt Lübben ist der Erhalt der beiden funktionalen Wegeverbindungen unverzichtbar“, lautet einer der Kernsätze des Schreibens. Im Zuge des kommenden Anhörungsverfahrens werde die Stadt eine Stellungnahme abgeben, um „unter anderem auf die zu erhaltenden Wegeverbindungen hinzuweisen“, heißt es weiter.

In der Petition hatte die Bürgerinitiative erneut scharf kritisiert, was bei der Juli-Sitzung des projektbegleitenden Arbeitskreises von hochrangigen Vertretern als aktueller Planungsstand vorgestellt wurde (die LR berichtete). Sie und die Treppendorfer seien „zutiefst schockiert“ über die Ergebnisse: An der eng an dem Lübbener Ortsteil vorbeiführenden Trasse werde weiter festgehalten, verbunden mit hohen Verlusten an Grundstückswerten und Lebensqualität. Günstigere Alternativen würden nicht geprüft und damit gegen geltendes Recht verstoßen, heißt es in der Petition. „Hiergegen wurde bereits eine EU-Beschwerde eingereicht“, formulieren die Einreicher. Schließlich werde der „aus Kostengründen beabsichtigte Wegfall“ der Wegeverbindungen Kimpernweg und Langer Rücken von den Treppendorfern mit Empörung aufgenommen und als Affront aufgefasst. Ortsvorsteher Torsten Schade und BI-Sprecher Thomas Liebsch fordern in der Konsequenz die Stadt Lübben auf, die Planung nicht weiter zu unterstützen und sich für die Interessen der Treppendorfer einzusetzen.

So weit gingen die Stadtverordneten aber längst nicht. Im Gegenteil: Teil des Antwortschreibens ist auch ein Satz, mit dem auf den Beschluss von 2011 für eine Umgehung hingewiesen wird.

Auf Antrag der Fraktion CDU/Grüne war aber in das Antwortschreiben zusätzlich  dieser Satz aufgenommen worden: „Weiterhin wird die Stadt Lübben im Vorfeld des Anhörungsverfahrens Kontakt zur Bürgerinitiative (BI) aufnehmen, um in einen Austausch zu treten. Ziel ist, bei Bedarf punktuell gemeinsame Bedenken zu formulieren, um vielschichtig darauf hinzuweisen.“

Ziel des Antrags sei es gewesen, so Vorsitzender Jens Richter, „der Bürgerinitiative den Punkt zu signalisieren, an dem es Sinn macht, sich gemeinsam stark zu machen und die Probleme zu benennen“. Dieses Signal finde er wichtig.