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| 13:28 Uhr

INA geht in die Umsetzungsplanung
In drei bis vier Jahren soll INA-Ausstellung stehen

Lieberose. Die Internationale Naturausstellung Lieberoser Heide wird vorbereitet. Vor Kreistagsabgeordneten informierten die neuen Geschäftsführer zum aktuellen Arbeitsstand. Von Ingvil Schirling

Seit drei Monaten vertiefen sich die neuen Geschäftsführer der INA (Internationale Naturausstellung Lieberoser Heide) in die bisherigen Entwicklungen, lernen die Akteure kennen und beschäftigen sich mit den künftigen Planungen. Ziel ist es, in drei bis vier Jahren eine Ausstellung über all die vielfältigen Möglichkeiten, Naturschutz, wirtschaftliche und touristische Entwicklung und Ansiedlung seltener Arten zu eröffnen. Das Datum steht noch nicht fest, konzentriert sich derzeit aber auf die Jahre 2021 oder 2022. Die INA bewegt sich im Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes, der heute mit rund 25 000 Hektar eines der größten unzerschnittenen Gebiete in Deutschland und darüber hinaus darstellt.

Im jüngsten Wirtschafts- und Tourismusausschuss des Landkreises Dahme-Spreewald stellten die jungen Geschäftsführer Lukas Opitz und Joachim Faßmann den aktuellen Stand vor. Klar wurde: Sich in die komplexe und lange Geschichte des Vorhabens einzuarbeiten, den Überblick über die zahlreichen Mitwirkenden sowie bürokratischen Verfahren und die Projekte zu behalten, ist gar nicht so einfach.

„Im Moment beschäftigen wir uns hauptsächlich damit, die Projekte zu sondieren und zu prüfen, ob sie in ein langfristiges Leitbild der INA passen“, sagte Joachim Faßmann. Er nannte den Schnittpunkt zwischen Regionalentwicklung und Naturschutz als ausschlaggebend. „Die Projekte müssen beiden Aspekten zuträglich sein und die langfristige Entwicklung der Region vorantreiben.“

Diese Nachhaltigkeit ist im Moment das Kernproblem für die Einbindung des Schlosses in Lieberose, die an sich sehr gewünscht wird. „Ohne ein langfristiges, tragfähiges Betreiberkonzept geht es nicht“, so Faßmann. Dennoch wolle man versuchen, ein Konzept für das Gesamtgebäude mit Hotellerie, Ausstellung und Geschäftsräumen der INA zu entwickeln und geeignete Akteure dafür zu finden, „um es in Nutzung zu bekommen“.

Des Weiteren soll ein Aussichtsturm in der Lieberoser Heide aufgestellt werden. So könnte die Wildnis sichtbar gemacht werden bei Vermeidung von Bodenberührung und dadurch Naturschutz.

Der Ausbau der Netzabdeckung sei ein wichtiger Punkt. „Im Moment handelt es sich mehr um eine Aneinanderreihung von Funklöchern“, so Faßmann. Das Ausstellungskonzept schließe aber eine digitale Nutzung mit ein.

Der weitere Ausbau der Infrastruktur soll verschiedene Zielgruppen im Auge behalten, auch eine dezentrale Anreise. Egal, ob Radfahrer per Fernroute (Gurkenradweg), Wanderer per Leichhardt-Trail, lokale Besucher aus den umliegenden Orten, Bahnreisende oder Autofahrer die INA sehen wollen – sie sollen alle „mithilfe eines Lenkungssystems zu den Ausstellungselementen geleitet werden“, sagte er weiter.

Nachfragen gab es von Seiten der Abgeordneten zur Verknüpfung mit lokalen Akteuren und der Sicherstellung von Unterkünften im Ausstellungszeitraum. Lothar Treder-Schmidt (SPD/Grüne) sprach insbesondere die fehlenden örtlichen Radwege an. „Man kann es nicht erschließen, außer man hat Ortskenntnis.“ Die Hoffnung auf neue Radwege über das INA-Konzept allerdings dämpfte Joachim Faßmann. „Das wird schwierig. Wir versuchen, auf das zurückzugreifen, was da ist und es für die Ausstellung auszubauen. Die Frequentierung ist einfach nicht hoch genug. Das bedeutet, wir müssen versuchen, das Netz durch geeignete Lückenschlüsse so zu verbinden, dass es für Ausstellungszwecke dienlich wird.“