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| 16:33 Uhr

Fasching
In Straupitz sind die Narren los

Kinderprinzenpaar und Prinzenpaar schreiten durch das Spalier der Narren in Straupitz.
Kinderprinzenpaar und Prinzenpaar schreiten durch das Spalier der Narren in Straupitz. FOTO: Andreas Staindl
Straupitz. Prinzenpaare, Garden und Elferrat machen Stimmung auf dem Dorfplatz.

 In Straupitz (Lieberose-Oberspreewald) sind die Narren los. Seit Freitag haben sie ihre 193. Fastnacht und den 62. Karneval gefeiert. Am Sonntagnachmittag  präsentierten sich die beiden Prinzenpaare, der Elferrat und die drei Garden auf dem Dorfplatz in Straupitz. Zahlreiche Schaulustige waren dabei. Sie begrüßten die Narren mit einem donnernden „Straupitz Helau“. Gerd Bernd I. und Monique I. sind das aktuelle Prinzenpaar des Fastnachtsvereins in Straupitz. Gerd Bernd Nuglisch ist langjähriges Mitglied im Elferrat, Monique Kuschka seit Jahren in der Funkengarde aktiv. Die Prinzessin stammt aus dem benachbarten Neu Zauche, hat aber familiäre Wurzeln in Straupitz.

Für sie war der Karnevalssonntag der Höhepunkt des närrischen Wochenendes. Gemeinsam mit ihrem Prinzen schritt sie gestern Nachmittag durch ein dichtes Spalier, das Elferrat, Prinzengarde, Funkengarde und Mini-Funken bildeten. Dicht an der Seite des Prinzenpaars lief das Kinderprinzenpaar. Sharlene Lopp und Felix Schulze waren die Nachwuchs-Eminenzen auf Zeit. Gerd Bernd I. und seine Lieblichkeit Monique I. jedoch führen das närrische Volk durch die fünfte Jahreszeit.

Der ehrenamtliche Bürgermeister Andre´ Urspruch ist ohnehin längst entmachtet. Er war sein Amt schon zu Beginn der närrischen Zeit im November des vergangenen Jahrs los. Gestern dankte er den Narren für ihre engagierte Regentschaft: „Ihr seit ein verlässlicher Partner.“ Das Gemeindeoberhaupt wunderte sich aber, wie leicht es scheinbar ist, an Geld zu kommen, wenn man sich verkleidet. Er spielte damit auf die Einnahmen an, die während des Zamperns in die Kasse der Karnevalisten wanderten. 3842 Euro sind zusammengekommen, wie Kai Orbanz, Präsident des Elferrats, sagt. Für André Urspruch sind die großzügigen Gaben der Bürger ein Grund darüber nachzudenken, „mich während der nächsten Gemeinderatsitzung  auch mal im Kostüm zu präsentieren. Vielleicht hilft das, unsere Gemeindekasse zu füllen.“

Geld kann der Ort im Oberspreewald gut gebrauchen. Die Kommune hat ehrgeizige Pläne. Auf einige machte der Bürgermeister gestern aufmerksam. Am 17.Februar geht die Parksanierung in die zweite Runde. Zudem soll die Sanierung der Turnhalle in diesem Jahr abgeschlossen werden. Im Juni findet das 2. Vereinsfest in Straupitz statt. Ob die finanziellen Mittel auch noch für eine Straßenbahn zwischen Neu Zauche und Straupitz reichen, wie sie sich die amtierende Prinzessin Monique I. augenzwinkernd wünscht, bezweifelt der Bürgermeister. Seine Gedanken gehen in eine ganz andere Richtung. Er wünscht sich weniger Parken auf öffentlichen Grünflächen und weniger Müll im Ort. Diese Unsitten sind ihm zufolge „ein Schlag ins Gesicht für jene Bürger, die sich für ein sauberes Ortsbild einsetzen“.

Trotz kritischen Fingerzeigs ließen sich die Narren ihre gute Laune am Sonntag nicht verderben, im Gegenteil. Ein „Hallo ihr Jecken-Straupitz Helau“ des Prinzen Gerd Bernd I. genügte, um die Stimmung weiter anzukurbeln. Die von Elferrat und Garden eingeforderten Kusseinlagen lieferte das Prinzenpaar artig ab - natürlich unter dem Beifall aller Gäste.

Nach den Festansprachen auf dem Dorfplatz setzte sich der Festumzug durch das Dorf in Bewegung. Anschließend wurde zum Kindertanz und später zum Tanz in die Nacht eingeladen. Bis Aschermittwoch halten die Narren das Zepter noch in der Hand. „Ich bin bereit, meine Arbeit dann fortzusetzen“, kündigte der ehrenamtliche Bürgermeister am Sonntag schon mal an. Er habe allerdings nichts dagegen, die Macht im Oberspreewalddorf zu teilen: „Ich würde mich freuen, wenn auch Mitglieder des Fastnachtsvereins für die nächste Gemeindevertretung kandidieren.“

Ein Dorf regieren können die Narren auf jeden Fall-. Das haben sie während der vergangenen drei Tage eindrucksvoll bewiesen.