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| 01:02 Uhr

In Lübben über rechte Musik diskutiert

Lübben.. Wie die rechtsextremistische Szene im Landkreis Dahme-Spreewald zurück gedrängt werden kann, ist am Freitagnachmittag in der Lübbener Spreewaldschule diskutiert worden.

Dort fand die zweite Auftaktveranstaltung des Landkreises gegen Rechtsextremismus statt; die erste hatte es im September im Norden gegeben.
Kreisordnungsamtschefin Silvia Enders sprach am Freitagabend von einem gelungenen Auftakt, von positiven Erfahrungen und dem festen Willen, weitere Veranstaltungen folgen zu lassen. In Arbeitsgruppen war vier Stunden lang diskutiert worden. Etwa 75 Interessierte beteiligten sich daran: „Eltern, Lehrer, Sozialarbeiter, Schüler - das komplette Spektrum von links bis rechts“ , sagte Silvia Enders. „Keine ganz einfache Situation“ , gestand sie, „aber erstmals ein Podium, wo Jugendliche offen und ehrlich ihre Meinung gesagt haben, egal, ob sie dem anderen passt oder nicht.“ Dass sich die Teilnehmer gegenseitig zugehört hatten, war für sie der größte Erfolg des Abends. „Miteinander reden ist allemal besser als übereinander.“
Mit einem Referat zur Symbolik der rechtsextremistischen Szene waren die Teilnehmer anfangs auf einen gemeinsamen Wissensstand gebracht worden. Unterschiedliches Interesse gab es für die drei angebotenen Arbeitsgruppen Musik, Gewalt und Symbolik. Musik interessierte die meisten Teilnehmer, die Gruppe wurde geteilt. Die Bedeutung von rechtsextremer Musik wurde besprochen, deren Entwicklung bis hin zur Skinhead-Kultur. Wo liegen Wurzeln, Ursachen, was sind geschichtliche Hintergründe? Um diese und ähnliche Fragen ging es. „Wir wollten informieren, aufzeigen, erklären“ , sagte Ilka Gelhaar-Heider, Sprecherin des Lübbener Forums gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie sprach nach der Auftaktveranstaltung von „zielorientierter Arbeit, bei der alle Beteiligten auf Augenhöhe diskutiert haben“ .
„Der Austausch von Argumenten ist ein Anfang“ , sagte die Ordnungsamtschefin. „Wir werden die Veranstaltung auswerten und unsere Schlussfolgerungen ziehen.“ Parallel zu Projekten des Kreises sollen jetzt die Schulen aktiv werden, sich beispielsweise beim Netzwerk Sachsen Unterstützung holen. „Rechtsextremismus darf aber kein alleiniges Thema der Schulen sein“ , sagte Silvia Enders, „da müssen viele andere Partner mit ins Boot.“ Für weitere Projekte erwartet sie die Initiative von Jugendlichen. „Wir helfen selbstverständlich gern, müssen ihnen aber nicht alles aufschwatzen.“
Erste Wünsche nach weiteren Runden über Rechtsextremismus wurden schon am Freitagabend geäußert. Gefragt seien weitere Informationen über die rechte Szene sowie Argumentationshilfen für Lehrer und Eltern. „Bedarf ist da, wir haben uns zu weiteren Runden verabredet“ , sagte Ilka Gelhaar-Heider. (as)