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| 16:04 Uhr

Konzertabend in Lübben
Mit dem Posaunenchor durch Europa

Der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirche St. Michael aus Dresden-Bühlau gastierte am Samstagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben.
Der Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirche St. Michael aus Dresden-Bühlau gastierte am Samstagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Konzertreise von Kirchenmusikern aus Dresden-Bühlau im Lübbener Gotteshaus erhielt herzlichen Applaus. Von Andreas Staindl

Diese Reise war sehr unterhaltsam. Sie war ansteckend fröhlich und lehrreich zugleich. Das Konzert des Posaunenchors der evangelisch-lutherischen Kirche St. Michael aus Dresden-Bühlau zu besuchen, ist eine gute Entscheidung gewesen. Gut deshalb, weil die Musiker ihr Handwerk verstehen, und weil es zwischen den einzelnen Stücken interessante Informationen gab.

Die Veranstaltung hätte mehr Zuhörer verdient. Etwa 40 Besucher waren der Einladung am Samstagabend in die Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben gefolgt. Sie durften dabei sein, als es gedanklich auf große Fahrt ging, sogar selbst mitsingen. „Eine musikalische Reise durch Europa“ war angekündigt – und wurde es auch.

So wie Samstagabend in Lübben hat man Europa selten erlebt – wenn auch nur gedanklich. 27 Städte wurden musikalisch bereist, zahlreiche Länder fiktiv besucht. Und nicht nur das. Die Zuhörer erfuhren so viel Spannendes, so viele interessante Details über den jeweiligen Ort und das entsprechende Land, dass es eine Freude war, selbst dem gesprochenen Wort zuzuhören. Friedhard Förster entpuppte sich nicht nur als hervorragender Dirigent des Chor, sondern auch als eine Art Reiseleiter. Der Leiter des Posaunenchors nahm die Besucher in der Paul-Gerhardt-Kirche mit auf die musikalische Reise durch Europa. Diese begann im Norden in Island, führte weiter Richtung Süden nach Spanien, Portugal und Italien, anschließend ostwärts nach Ungarn, Russland und Polen beispielsweise, bevor sie in Schweden, Norwegen und Dänemark wieder im hohen Norden endete.

Das Erstaunliche daran: Zu fast jedem fiktiv besuchten Ort gibt es eine bekannte Melodie, gibt es Lieder, die fast schon „Gassenhauer“-Status haben. Man hört sie häufig, kann sie manchmal sogar mitsingen, kennt die Hintergründe aber nicht. Friedhard Förster half am Samstagabend nach. Er verwies auf Zusammenhänge eines Liedes mit der jeweiligen Stadt oder dem Land, auf regionale Besonderheiten und Spezialitäten, überraschte mit geschichtlichen Fakten und Zahlen, auch mit der einen oder anderen Anekdote, manchmal sogar mit einem Geheimtipp. Seine erklärende Moderation war mindestens genauso unterhaltsam und gut wie das Spiel des Posaunenchors. So macht eine Reise durch Europa Spaß.

Dass nicht alle Länder des Kontinents besucht wurden – geschenkt. Die rund 80 Minuten des Konzertes am Samstagabend in Lübben waren auch so äußerst unterhaltsam und kurzweilig. Dem Publikum gefiel es. Die Besucher verabschiedeten die Bläser mit einem herzlichen Applaus.