| 02:45 Uhr

In Lübben beraten Diakonie und Caritas gemeinsam

Yamen Abed Rabbo (r.) im Gespräch mit Birgit Kaselow. Im Hintergrund tauschen sich Mitarbeiter des Migrationsfachdienst aus.
Yamen Abed Rabbo (r.) im Gespräch mit Birgit Kaselow. Im Hintergrund tauschen sich Mitarbeiter des Migrationsfachdienst aus. FOTO: asd1
Lübben. Der Beratungsbedarf für Flüchtlinge wächst. Wo gibt es Sprachkurse? Wird der Beruf anerkannt? Wie erfolgt die finanzielle Absicherung? Ist eine Familienzusammenführung möglich? Was für Flüchtlinge oft nur schwer durchschaubar ist, stellt auch professionelle Berater vor Herausforderungen. asd1

"Die Gesetze und Vorschriften ändern sich ständig", sagt Birgit Kaselow. "Das ist nicht einfach und verlangt von uns, ständig auf dem neuesten Stand zu sein."

Die Leiterin des Migrationsfachdiensts (MFD) der Diakonie in Lübben und ihre Kollegen haben täglich damit zu tun. Ihre Arbeit haben sie während eines Tags der offenen Tür vorgestellt. Dass die Veranstaltung in der interkulturellen Woche stattfand, war kein Zufall. "Vielfalt verbindet", sagt Birgit Kaselow. Hauptamtliche und Ehrenamtliche arbeiten im MFD Hand in Hand. "Ohne die freiwilligen Helfer hätten wir nicht ein so attraktives Angebot", sagt die Leiterin. Sport, Musik, Gesprächsangebote, Treffen von Senioren und Familien, Unterstützung bei Behördengängen und vieles mehr gibt es, und wird laut Birgit Kaselow "auch gern genutzt". Der erste Kontakt zum Migrationsfachdienst erfolgt über die Beratung.

Seit dem 1. September dieses Jahres sitzt die Caritas mit im Boot, nachdem die Migrationsarbeit in Berlin und Brandenburg neu ausgeschrieben und vergeben wurde. Laura Knopf berät jetzt gemeinsam mit den Mitarbeitern der Diakonie unter einem Dach im Haus der Diakonie in der Breiten Straße in Lübben. Die Sozialarbeiterin kümmert sich um die Asylverfahren der Flüchtlinge. Eine Beratung zu den einzelnen Verfahren gab es ihr zufolge zuvor nicht bei der Diakonie. Bisher habe sie nur gute Erfahrungen mit den Flüchtlingen gemacht, auch wenn sie deren Hoffnungen nicht immer erfüllen kann: "Ich muss mich an die Gesetze halten. Wer mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, kann klagen. Darauf weisen wir hin." Laura Knopf und die Beraterinnen der Diakonie sind auf Übersetzer angewiesen.

"Wir lassen uns von Flüchtlingen helfen, denen wir vertrauen", sagt Birgit Kaselow. Yamen Abed Rabbo ist so eine Vertrauensperson. Der 21-Jährige stammt nach eigenen Angaben aus Aleppo und ist seit knapp zwei Jahren in Deutschland. Seine Mutter und seine Schwester würden noch immer in Syrien leben. Er versucht, in Deutschland Fuß zu fassen, sich eine Zukunft aufzubauen. "Die Sprache ist das Wichtigste", sagt er. "Wer nicht deutsch spricht, hat hier keine Chance. Dennoch gibt es Flüchtlinge, die keine Lust auf Sprachkurse haben. Sie begründen das damit, dass es zu schwer ist, deutsch zu lernen. Oder damit, dass sie eventuell wieder zurück müssen."

Mit der Flüchtlingswelle wurden die Mitarbeiter des Migrationsfachdiensts der Diakonie vor ganz neuen Herausforderungen gestellt. "Die Anforderungen sind deutlich gestiegen", sagt die Leiterin. "Anders als früher bei den Spätaussiedlern haben wir es jetzt mit Menschen aus den verschiedensten Kulturkreisen zu tun. Schon unter den Muslimen gibt es unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Darauf haben wir uns eingestellt. Für uns ist es egal, welchen Glauben ein Mensch hat."

www.migration-luebben.de