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| 17:25 Uhr

Erste Hilfe
In drei Schritten Leben retten

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Lübben. Spreewald-Klinikum beteiligt sich an internationalem Aktionstag.

Es kann jeden überall treffen – Herzstillstand: Aussetzen der Atmung, plötzliche Bewusstlosigkeit. „Erste Hilfe in so einer Situation hat oberste Priorität, denn mit jeder Minute, in der das Herz still steht, sinken die Überlebenschancen“, sagt Dr. Benno Bretag, Chefarzt der Notfallambulanzen am Klinikum Dahme-Spreewald. Aus diesem Grund beteiligt sich das Klinikum am internationalen Aktionstag „World Restart a Heart Day“ am 16. Oktober.

Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung lernen die Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege, was im Notfall zu tun ist. Schulleiterin Claudia Heim hat die Praxisanleiterinnen und Auszubildende dazu aufgerufen, zum weltweiten „Restart a Heart Day“ mit Besuchern und Beschäftigten die lebensrettende Reanimation zu üben. Zwischen 14 und 16 Uhr kann dies im Foyer der Spreewaldklinik Lübben mit Musik an Puppen geübt werden. Der Rhythmus von ‚Stayin‘ Alive‘ von den Bee Gees oder ‚Dancing Queen‘ von ABBA sind ideale Rhythmen, um im Takt zu drücken“, weiß Claudia Heim.

Ein unerwarteter Herzstillstand trifft jedes Jahr mindestens 50 000 Menschen in Deutschland. 70 Prozent davon zu Hause, wie Statistiken zeigen, sodass die sofortige und lebenswichtige medizinische Erstversorgung oft fehlt. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss möglichst sofort lebensrettende Hilfe beginnen. In wenigen Minuten kann jeder helfen – und damit Leben retten. Leider machen Statistiken deutlich, dass in Notfallsituationen noch immer zu wenige Mitmenschen Erste Hilfe leisten: Nur in circa 42 Prozent der Fälle bundesweit werden Notfallpatienten nach plötzlich auftretendem Herzstillstandes mit einer Herzdruckmassage reanimiert.

Zu viele Menschen sind möglicherweise blockiert, haben Angst, etwas falsch zu machen oder dem Notfallpatienten weh zu tun. „Das führt dazu, dass häufig gar nichts passiert – und das ist das Schlimmste überhaupt. Denn schon nach drei bis fünf Minuten ohne Blutzufuhr setzt das Hirn aus. Ob bei der Reanimation eine Rippe verletzt wird oder nicht, ist nebensächlich. Denn die Rippe heilt wieder“, weiß Dr. Bretag. Für den Betroffenen zählt jede Sekunde: Der Rettungsdienst trifft nach einem Notruf nach frühestens acht Minuten am Ort des Geschehens ein. Ersthelfer sind lebensrettend, denn sofortiges Eingreifen entscheidet über mögliche Folgeschäden – oder im schlimmsten Fall über Leben oder Tod.

Erste Hilfe ist nicht schwer: Nach der bewährten Formel „prüfen, rufen, drücken“ lassen sich in drei  Schritten Leben retten: „Erst muss geprüft werden, ob die Person bei Bewusstsein ist und noch atmet. Ist das nicht der Fall, müssen Ersthelfer unverzüglich den Notruf (112) wählen und dann sofort mit der Herzdruck-Massage beginnen, denn das ist die wirksamste Methode bei einem Herzstillstand. Dabei ist wichtig, schnell und fest auf die Mitte des Brustkorbs zu drücken und das mindestens 100 Mal pro Minute. Viele tun sich schwer, diese Regel in der Gefahrensituation einzuschätzen. Mit passender Musik oder rhythmischem Zählen ist das einfacher“, erklärt Dr. Bretag.