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| 19:15 Uhr

Freizeitpark im Spreewald will weiter wachsen
Im Tropical wird künftig spanisch gesprochen

Einblicke bei Tropical Islands FOTO: Tropical Islands
Krausnick . Der Freizeitpark in Dahme-Spreewald soll für 226 Millionen Euro an die Parques Reunidos Group verkauft werden. Mit dem neuen Partner wollen die Krausnicker „weiter wachsen“. Von Ingvil Schirling und Steven Wiesner

Für Landrat Stephan Loge (SPD) war es eine gute Nachricht, als er am Mittwochmorgen bei der Jahrespressekonferenz des Landkreises Dahme-Spreewald von der Kunde erfuhr: Die Parques Reunidos Group, das ist nun offiziell, beabsichtigt, den Freizeitpark Tropical Islands in Dahme-Spreewald zwischen Lübben und Königs Wusterhausen zu kaufen. 226 Millionen Euro werden als Kaufsumme genannt. Aktuell steht der Park kurz vor der Eröffnung einer neuen Wasserattraktion. Weitere Pläne, vor allem für den Außenbereich, sind längst schwarz auf weiß zu Papier gebracht worden oder sind in Genehmigungsverfahren mit der Umsetzung in Sicht. Auch deren Finanzierung könnte mit dem Verkauf mit gesichert werden.

Denn die Parques Reunidos Group aus Spanien ist kein kleiner Mitspieler in der Welt der Freizeitparks und Attraktionen. Mehr als 60 derartige Einrichtungen weltweit gehören dazu, allein 30 in Europa, ordnet Landrat Stephan Loge ein. Dazu kam erst im Februar der Belantis Park in Leipzig – und nun, als jüngste Neuerwerbung, das Tropical Islands aus der Lausitz. Loge: „Die Gruppe gehört zu den Global Playern weltweit. So gesehen mache ich mir da gar keine Sorgen.“

Der Geschäftsführer vom Tropical Islands, Michiel Illy, habe sich Loge gegenüber „sehr zufrieden, aber auch gespannt geäußert“. Und das teile der Landrat. Die Spannung war schon seit April gewachsen. Anfang des Frühjahrs nämlich war erstmals öffentlich über einen bevorstehenden Verkauf oder zumindest einen Investoreneinstieg spekuliert worden. „Wir prüfen alle Möglichkeiten“, hatte Tropical-Islands-Sprecherin Katja Benke seinerzeit gegenüber der RUNDSCHAU gesagt. „Die Palette reicht von Finanzbeteiligungen über Teilverkäufe bis hin zum Eigentümerwechsel.“

Letzterer ist es nun geworden. Tisarl, bisheriger Eigentümer des Freizeittempels und Teil der malaysischen Tanjong Public Limited Company, gab bekannt, 100 Prozent der Anteile an die spanische Unternehmensgruppe abzutreten. Die Transaktion, die kartellrechtlichen und üblichen Genehmigungen unterliegt, wird voraussichtlich im Februar 2019 abgeschlossen sein.

„Es waren mehrere Bewerber im Rennen“, bestätigt Katja Benke. „Wir haben nach der besten Möglichkeit gesucht, das Tropical Islands weiterzuentwickeln.“ Und diese glaubt das Unternehmen nun mit der Parques Reunidos Group gefunden zu haben. Es wird künftig also nicht mehr malaysisch gesprochen im Tropical, sondern spanisch. Während man im Portfolio der asiatischen und eher im Mobilfunkbereich aktiven Gesellschafter der einzige Freizeitpark war, dürfen sich die Krausnicker nun bald zu einer ganzen Gruppe von Branchengeschwistern zählen. Mit der Expertise und dem Know-how der Iberer will das Tropical Islands den nächsten Schritt machen.

Schon jetzt sieht sich das Tropical Islands als führendes Freizeit-Resort. Rund 1,2 Millionen Gäste besuchen laut Unternehmen jedes Jahr die Urlaubswelt, rund 60 Kilometer südlich von Berlin. Das Unternehmen veröffentlichte kürzlich Pläne für den Ausbau der Halle und des 630 Hektar umfassenden Außengeländes. Sowohl die Anzahl der Betten von 2000 auf 9000 als auch die Attraktionen sollen sich in den kommenden Jahren erweitern. Mehrere Hundert Millionen Euro sollen dafür investiert werden.

Nun liegt es in der Hand der Parques Reunidos Group, eben jene Entwicklung mitzugestalten. „Wir sind erfreut, uns mit der Tanjong PLC geeinigt zu haben, die diesen einzigartigen Park entwickelt und zu einer starken Marke ausgebaut haben“, lässt sich der Vorsitzende der Parques Reunidos Group, Richard Golding, zitieren. „Parques Reunidos wird aufgrund seiner umfangreichen Expertise im Management von über 60 Freitzeiteinrichtungen in 14 Ländern Tropical Islands künftig noch erweitern. Wir erkennen Entwicklungspotenzial im Ausbau des gesamten Resorts.“

Man wolle „weiter wachsen“, sagt auch Unternehmenssprecherin Katja Benke und widerspricht damit etwaigen Befürchtungen von Besuchern oder Mitarbeitern, die den Verkauf als Anfang vom Ende deuten wollen. „Es geht in keiner Weise um Konsolidierung oder irgendsowas. Im Gegenteil.“ Demnach dürfte der Verkauf des Tropical Islands also für alle Beteiligten als gute Nachricht gelten – und nicht nur für Landrat Stephan Loge.

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Eröffnung Amazonia im Tropical FOTO: