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Neue Leiterin
Ideenreich im Lübbener Museum

Seit Dienstag ist Corinna Junker die amtierende Leiterin des Stadt- und Regionalmuseums Lübben. Unter vielem anderen liegt ihr die museumspädagogische Arbeit am Herzen.
Seit Dienstag ist Corinna Junker die amtierende Leiterin des Stadt- und Regionalmuseums Lübben. Unter vielem anderen liegt ihr die museumspädagogische Arbeit am Herzen. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lübben. Seit dieser Woche ist Corinna Junker kommissarische Leiterin.

Nach 21 Jahren, davon 17 als Leiterin, ist Christina Orphal Ende Februar in den Ruhestand verabschiedet worden. Seit Dienstag leitet die bisherige wissenschaftliche Mitarbeiterin Corinna Junker das Stadt- und Regionalmuseum Lübben kommissarisch. Mit der Wanderausstellung „Detektive im Märchenwald“, die sie Ende vergangenen Jahres in die Spreewaldstadt holte, machte sie schon einmal auf sich aufmerksam. Der Lübbener Einrichtung ist sie schon länger verbunden – Museen an sich aber schon von Kindesbeinen an.

Geboren 1985 in Riesa, wuchs sie in der Altstadt und in einer Parallelstraße zum dortigen Museum auf. Ihr Bruder entdeckte das Museum als Spielplatz und nahm seine kleine Schwester einfach mit. „Wir sind zum Spielen tatsächlich ins Museum gegangen“, sagt sie. „Das hat mich schon früh sehr geprägt.“ Der Bruder wurde Fotograf, sie aber wollte auf dieser Grundlage „schon immer ins Museum“. Natürlich nicht als Ausstellungsstück, sondern als Mitarbeiterin, als Mitgestalterin. Die Kindheitserinnerungen an die Riesaer Einrichtung sind noch immer lebendig. Ob es darum ging, bei Veranstaltungen einfach Kaffee auszuschenken, die Garderobe zu machen oder ein kleines Theaterstück aufzuführen – gemeinsam mit ihrem Bruder war sie dabei. Folgerichtig stand nach dem Abitur ein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Dresden an.

Doch danach im Kulturbetrieb eine Anstellung zu finden, erwies sich als deutlich schwieriger als erwartet. Den Magisterabschluss hatte Corinna Junker zwar in der Tasche, „aber ich bin wie in ein Loch gefallen“. Die Zeit überbrückte sie als technische Zeichnerin im Ingenieurbüro ihres Vaters, überlegte zwischenzeitlich sogar, in diese Richtung umzusatteln. Doch die Bauberatungen schreckten ab, so dass sie ihre ursprünglichen Museumspläne weiter verfolgte. Über ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege, in dessen Rahmen das Lübbener Schlossmuseum auch heute noch einen Platz anbietet, kam sie in die Spreewaldstadt. Gemeinsam mit Philip Kardel erarbeitete sie die bekannte und viel beachtete Ausstellung über Filme, die im Spreewald gedreht wurden: „Verliebt in die Liebe“.

Das Jahr ging vorbei, Corinna Junker heiratete und wurde schwanger, arbeitete eine zeitlang als freie Mitarbeiterin für die LR, ehe sie als Honorarkraft im Schloss Branitz einstieg und Führungen sowie museumspädagogische Angebote übernahm. Daraus wurde mehr, und schließlich arbeitete sie fast zwei Jahre lang als Reiseleiterin in der Region. „Da habe ich Land und Leute kennengelernt und Geschichten erzählt“, erinnert sie sich schmunzelnd. Im Sommer 2016 wurde wiederum im Lübbener Museum eine halbe Stelle frei. Corinna Junker bewarb sich und bekam den Zuschlag.

Dass die eigentliche Leitungsposition vakant bleibt, bis ein neues Konzept für das Lübbener Museum entwickelt und abgestimmt ist, sieht sie als Chance. „Ich habe ein halbes Jahr Zeit, neue Projekte anzuschieben“, sagt sie – und ist schon mittendrin.

Die Planung neuer Ausstellungen und Veranstaltungen steht bis zum Frühjahr 2020. Für die aktuelle Ulrich-Baehr-Sonderschau hat Corinna Junker einen museumspädagogischen Ansatz entwickelt, über den sie die Schulen in Lübben informiert hat. Kooperationsmöglichkeiten unter Museen mit Unterstützung des Landkreises Dahme-Spreewald werden derzeit ausgelotet. Die Arbeit ist in vollem Gange.