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| 01:35 Uhr

„Ich glaube an die Sache“

Der in Pirna geborene Michael Zumpe war einst Mitglied im Dresdner Kreuzchor. Foto: privat
Der in Pirna geborene Michael Zumpe war einst Mitglied im Dresdner Kreuzchor. Foto: privat FOTO: privat
Michael Zumpe gibt nicht auf: Der ehemalige Kruzianer plant erneut den Aufbau eines Knabenchores in Südbrandenburg. Was vor zehn Jahren in Senftenberg begann und fünf Jahre dauerte, will er mit einem neuen Team wieder aufgreifen. Der Mangel an Knabenstimmen soll dadurch ausgeglichen werden, dass es mehrere Stützpunkte in verschiedenen Städten geben wird, erzählt der Opernsänger.

Sie unternehmen einen zweiten Anlauf, in Südbrandenburg einen Knabenchor aufzubauen. Wie kommt es, dass sie Ihren Optimismus nicht verlieren?
Ich habe während meiner Kreuzchorzeit viele wunderbare Dinge erlebt, die ich weitergeben möchte. Ich glaube an die Sache, denn ein Knabenchor kann die ganze Persönlichkeit eines Menschen formen. Was meinen Sie damit?
Ich habe als Kind gelernt, wie viel Freude es macht, sich für etwas Anspruchsvolles anzustrengen und über sich hinauszuwachsen. Die anspruchsvolle Musik fördert die Konzentration, Sensibilität und komplexes Denken. In der Gemeinschaft für ein hohes Ziel zu kämpfen, bildet soziale Werte heraus. Was haben die Jungen außerdem davon, in einem Knabenchor zu singen?
Sie werden musikalisch und stimmlich professionell ausgebildet. Heutzutage ist das sehr wichtig, denn viele junge Menschen versuchen, Popstars zu imitieren, die nicht singen können. Das kann der Stimme schaden. Außerdem können die Jungen mit dem Singen anderen Menschen Freude bringen. Dadurch erfahren sie Anerkennung, die sie vielleicht auf anderen Gebieten nicht haben. Darüber hinaus können sie wunderbare Erlebnisse durch Auftritte, Konzertreisen und das Zusammenkommen mit vielen Menschen haben. Und es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Singen das Immunsystem stärkt. Was soll zum Repertoire des künftigen Knabenchores gehören?
Wir wollen Kompositionen aus der klassischen Chorliteratur bis hin zu anspruchsvollen Stücken der Unterhaltungsmusik erarbeiten. Wer ist wir?
Zum Team gehört zurzeit Musikpädagogin Birgit Natusch aus Lübbenau. Sie kümmert sich um das Management. Der Ruhlander Männerchorsänger Uwe Aulich übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit, und Stefan Schneider, ein Sportlehrer und Pädagoge aus Lübbenau ist für weitere organisatorische Aufgaben wie die Betreuung der Jungen zuständig. Zudem gibt es noch zwei Stimmbildner. Wie soll die Struktur des künftigen Knabenchores aussehen?
Wir möchten an verschiedenen Standorten von Berlin bis Senftenberg kleinere Chöre aufbauen, die dann unter dem Namen "Michaelis-Chor" zu Konzerten zusammenkommen. An der musikbetonten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe "Paul Dessau" in Zeuthen gibt es schon die ersten Jungen, die gemeinsam und begeistert proben. Wie wollen Sie nun weiter vorgehen?
Wir möchten in Schulen von unserem Vorhaben erzählen. Wir hoffen, engagierte Musiklehrer in unser Team aufnehmen zu können, da die Nachwuchsgewinnung neben der Probenarbeit das Wichtigste für einen Knabenchor ist. Ein Grund, warum der Senftenberger Knabenchor vor vier Jahren eingestellt werden musste, war neben dem Mangel an Knabenstimmen die fehlende finanzielle Unterstützung. Denken Sie, dass sich das ändern wird?
Ich hoffe es. Wir haben schon begonnen, uns um das Sponsoring zu kümmern. Ich würde mir wünschen, dass die möglichen Unterstützer erkennen, dass der Knabenchor das Selbstvertrauen von Kindern stärkt und wie viele andere Projekte mit Jugendlichen der Prävention von Gewalt und Drogenabhängigkeit dient. Mit Michael Zumpe sprach Jana Tschitschke.