Alle anwesenden 29 Stimmberechtigten der Mitgliederversammlung am Dienstagnachmittag im Hotel "Spreeblick" in Lübben sprachen Graf ihr Vertrauen aus.

Der 76- Jährige zeigte sich anschließend "von der hundertprozentigen Zustimmung überwältigt". Für ihn ist es die zweite Amtszeit an der Spitze der Senioren-Union. Unterstützt wird er von den beiden Vorstandsmitgliedern Martin Riedel aus Luckau und Werner Weiss aus Königs Wusterhausen. Beide erhielten 28 Ja-Stimmen.

Während der Luckauer über langjährige Vorstandserfahrungen verfügt, ist Weiss neu im Vorstand der Senioren-Union. Der ehemalige Kreisschulrat sei seit eineinhalb Jahren Mitglied der CDU, arbeite jedoch seit der Wende mit dieser Partei zusammen. 73 Mitglieder zählt die Senioren Union im Spreewaldkreis derzeit, wie Georg Graf sagt. Die Union habe in den vergangenen fünf Jahren 15 Prozent ihrer Mitglieder durch Sterbefälle, Austritt oder Wegzug verloren.

Das Gewinnen neuer Mitglieder sei ein Problem. Der alte und neue Vorsitzende beklagt "mangelndes Interesse, sich dauerhaft bei uns zu engagieren". Die Folge sei ein "hoher Altersdurchschnitt" in der Senioren Union.

Um die Attraktivität zu erhöhen, schlägt Graf eine Zusammenarbeit mit der Jungen Union und der Frauen Union vor. "Regelmäßige Stammtische wären gut und wichtig. Sie könnten abwechselnd im Süden und Norden unseres Landkreises stattfinden."

Der Vorsitzende regt zudem an, "das Gemeinwohl unserer Gesellschaft in den Vordergrund zu stellen und nicht nur auf stetiges Wachstum zu drängen. Der Zwang, immer der Beste sein zu müssen, führt in eine Sackgasse." Die Mitglieder der Senioren-Union sollten das thematisieren, aber auch darüber nachdenken, warum sich immer mehr Menschen von der Politik abwenden.

Carsten Saß schlägt in die gleiche Kerbe: "Wir sollten schauen, dass wir unsere Ideen und Gesprächsangebote nach außen tragen und ´frisches Blut´ für uns gewinnen können." Der Vorsitzende des Kreisverbands der CDU im Spreewaldkreis ist überzeugt, "dass es genügend Themen gibt, über die es sich zu diskutieren lohnt - auch in der Senioren-Union".