Von Andreas Staindl

Elisabeth Zackor (17) hat den „Albrecht-und-Helene-von-Houwald-Musikpreis“ der Stadt Lübben erhalten. Die junge Pianistin stammt aus Krugau (Märkische Heide) und besucht das Bohnstedt-Gymnasium in Luckau. Der Preis wurde ihr im Rahmen einer Konzertreihe der Deutschen Chopin-Gesellschaft am Sonntag im Lübbener Wappensaal verliehen.

Michael Hase von der Stadtverwaltung und Jacqueline Freifrau von Houwald vom Vorstand ihrer Familie haben den Preis überreicht. Die Vertreterin der Preisstifter würdigte den „hervorragenden Erfolg“ der jungen Pianistin. „Es erfordert viel Willen und Disziplin, um sich Wettbewerben erfolgreich zu stellen.“ Elisabeth Zackor hat das getan, und zwar exzellent. Sie erreichte die höchste Punktzahl (25) während des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ in diesem Jahr in Potsdam. Die 17-Jährige hatte dort gemeinsam mit Tom Zisowsky in der Kategorie „Klavier vierhändig“ teilgenommen und sich für den Bundeswettbewerb qualifiziert.

Nachwuchsmusiker aus Lübben und Umgebung, die mindestens 23 Punkte während des Landeswettbewerbs erreichen und mit einem ersten Preis zum Bundeswettbewerb weitergeleitet werden, können sich für den Houwald-Musikpreis bewerben. Die Auszeichnung wird für besondere musikalische Leistungen innerhalb dieses Wettbewerbs im Land Brandenburg vergeben, zuletzt 2015. Damals hatte Marie Graßmel den Houwald-Musikpreis der Stadt Lübben erhalten. Elisabeth Zackor ist ihre Nachfolgerin.

Sie besucht inzwischen das Konservatorium in Cottbus, eine Musikschule. Ihre musikalischen Grundlagen wurden in der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule e.V. in Luckau gelegt. Silke Barteczko war dort ihre Klavier-Lehrerin und erinnert sich: „Der Start von Elisabeth in unserer Schule ging völlig daneben. Sie war nicht gruppentauglich, hat sich im Einzelunterricht dann aber hervorragend entwickelt. Elisabeth war von Beginn an sehr aufgeschlossen, zeigte immer, wie viel Lust sie am Musizieren hat. Sie ist eine Schülerin mit viel Begabung und hoher Auffassungsgabe.“

Und sie war eine exzellente Botschafterin der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule. „Sie spielte während zahlreicher Anlässe, vertrat unsere Schule immer wunderbar“, sagt Silke Barteczko. „Der Houwald-Musikpreis ist ein kleiner Meilenstein in ihrer Entwicklung.“

Der Preis wurde 1998 ins Leben gerufen und ein Jahr später erstmals vergeben wie Lübbens Stadtsprecherin Dörthe Ziemer sagt. Er soll das Vermächtnis von Albrecht und Helene Freifrau von Houwald bewahren und weitertragen. Das Ehepaar hatte von 1931 bis 1950 im Herrenhaus „Neuhaus“ in Lübben-Steinkirchen gelebt. Musik und Literatur gehörten fest zu ihrem Leben.

Zumindest auf deren musikalischen Spuren wandelt auch Elisabeth Zackor. Die 17-Jährige spielte nach ihrer Auszeichnung am Sonntag ein Stück. Sie machte dann den Platz am Klavier frei für Studierende des Fachbereichs Musik der BTU Cottbus-Senftenberg. Für die jungen Nachwuchsmusiker der Klavierklassen von Wolfgang und Veronika Glemser sind die jährlichen Studierenden-Konzerte eine Auszeichnung. Die Konzertreihe der Deutschen Chopin-Gesellschaft gastierte jetzt zum ersten Mal in Lübben.